Arbeiten am Stromnetz zwischen Schöneberg und Hümme

Blitzschutzseile ersetzt: Material kam auf gewaltigen Spulen

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Neues Material auf gewaltigen Spulen: Das bisherige Blitzschutzseil wird durch eines ersetzt, welches im Inneren Lichtwellenleiter hat, so dass leichter auf Daten das Netz betreffend zugegriffen werden kann. Thomas Dewenter (links), Bauleiter der Firma Tennet und Michal Granitzer von der Firma Eqos werden für die Modernisierung noch bis Ende August benötigen. 

Hümme. Arbeiten unter Hochspannung – das ist für Christian Pucknat nichts Außergewöhnliches. Abenteuerlich sieht es aus, wenn der Monteur sich aufmacht, einen 65 Meter hohen Strommast zu erklimmen.

Ebenso wie die vergangenen beiden Tage, wo er und seine Kollegen der Firma Eqos zwischen Schöneberg und Hümme (Kreis Kassel) Arbeiten am Stromnetz vornahmen. Genau genommen ging es dabei um die Blitzschutzseile, die ersetzt werden sollten.

1969 wurden die Masten mitsamt ihren Leitungen installiert. „Deshalb finden nun Modernisierungsarbeite statt, wobei die bisherigen Blitzschutzseile durch solche ersetzt werden, die im Inneren mit Lichtwellenleitern ausgestattet sind, um einen höheren Datentransfer zu gewährleisten“, sagte Markus Liebernknecht, Pressesprecher des Stromnetzbetreibers Tennet. Dies sei wichtig, um etwa zu schauen, wann das Netz wie hoch ausgelastet ist.

Auf einer 55 Kilometer langen Strecke zwischen Würgassen und Bergshausen sollen die Sanierungsarbeiten bis Ende August laufen. „Rund die Hälfte davon führt durch den Kreisteil Hofgeismar, wo wir etappenweise die Seile ersetzten werden.“ Sicherheit wird bei so einem Auftrag natürlich groß geschrieben. „Deshalb müssen wir uns alle zwei Jahre durchchecken lassen, sollte nur ein Leberwert etwa außer Kontrolle sein, darf ich meinen Job nicht mehr ausführen“, berichtet Pucknat. Auch hoch oben auf dem Mast sind die Monteure stets gut gesichert. Das Sicherungsseil ist immer mit einem Harken befestigt, während der weitere ein Stück weiter eingeklinkt wird, um voran zu kommen. So könne man sich zwar nur langsam bewegen, dafür sei man aber immer auf der sicheren Seite.

Das Arbeiten in der Höhe macht Pucknat überhaupt nichts aus, „dafür eher der Aufstieg am Morgen, denn dafür brauchen wir sehr viel Kraft.“ Optimale Witterungsverhältnisse für derartige Arbeiten herrschten die vergangenen Tage nicht, denn eingepackt in dicker Arbeitskleidung, mit Helm und Werkzeugen versehen, kommt man bei gutem Wetter mächtig ins Schwitzen. „Und im Winter ist es da oben natürlich eiskalt“, sagt der Eqos-Mitarbeiter.

Die Installation des neuen Seils wird mit Hilfe von Seilwinden und -zugbremsen vorgenommen. Auf der Seite, wo die Arbeiten stattfinden werden die dort fließenden 380 Kilovolt lahmgelegt. Zum Einziehen wird das vorhandene Seil als Zugseil verwendet, „in Teilabschnitten von drei bis vier Kilometern arbeiten wir uns so von Mast zu Mast voran“, sagt Lieberknecht.

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