Nachlass der Israel-Expertin wird zur eigenen Bibliothek

Bücher von Meggie Jahn für das Stadtmuseum

Mechthild

Hofgeismar. Aus traurigem Anlass kam das Stadtmuseum Hofgeismar jetzt zu einer umfangreichen Erweiterung seiner Bestände - es erhielt eineSpezialbibliothek zum Thema Israel, die die wichtige Judaica-Samlung des Museums erweitert. Die Bibliothek mit über 1000 Bäden ist auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

Am 12. Juli verstarb, wie berichtet, in Berlin die aus Hofgeismar gebürtige Mechthild Jahn. Sie wurde nur 53 Jahre alt.

Jahn arbeitete, wie Museumsleiter Helmut Burmeister mitteilte, bis zuletzt als wissenschaftliche Mitarbeiterin eines SPD-Bundestagsabgeordneten, außerdem war sie auf vielfältige Weise im Einsatz für die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) Berlin, deren stellvertretende Vorsitzende, eher wohl deren „Seele“ sie war. Zahlreiche Israel-Reisen, oft als Leiterin einer Reisegruppe, legen Zeugnis ab von der - wie es bei ihrer Beerdigung in Hofgeismar hieß - „Liebe“ zu dem Land, mit dessen Problemen sie sich ernsthaft auseinandersetzte.

Mechthild Jahn, von Freunden Meggie genannt, versuchte dabei durchaus, sich nach allen Seiten hin zu informieren, was ein großes Interesse für Palästina und seine Bewohner einschloss.

Freundschaft zum Museum

Im Lauf der Zeit wuchs ihre privat finanzierte Bibliothek zu den Themen des jüdischen Lebens, des deutsch-israelischen Verhältnisses, des Nahen Ostens ganz allgemein, dazu kam eine Fülle von Werken der deutschen Geschichte, die das Verständnis erleichtern sollten für die Jahre nach 1945.

Nach ihrem Tod entschied die Familie Jahn sofort, die gesamte Bibliothek nach Hofgeismar zu bringen. Ihre Aufstellung als Geschenk in den Räumen des Museums, zu dem Mechthild Jahn eine sehr freundschaftliche Beziehung pflegte, sei die richtige Entscheidung.

Naher Osten und Deutschland

So kamen jetzt 828 Bände zum Nahen Osten und zur deutsch-israelischen Geschichte, dazu 300 weitere zu deutschen Themen in das Museum. Außerdem wurden sechs Umzugskartons mit Kleinschriften und Dokumenten übernommen, die aber noch nicht gesichtet werden konnten.

Da die Mechthild-Jahn-Bibliothek im Kern einen anderen Schwerpunkt hat als die bestehende große Judaica-Bibliothek, wurde die neue Büchersammlung komplett in einem besonderen Raum als sogenannte Präsenz-Bibliothek sofort der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. (ur) Foto: privat

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