Bürgerinitiativen sehen Schwarzstorch-Vorkommen am Deiselberg bestätigt

Wird am Deiselberg vermutet: der Schwarzstorch. Foto: Sulk/nh

Trendelburg. Schon seit einigen Jahren vermutete die Bürgerinitiative Pro Reinhardswald ein Schwarzstorchvorkommen im Bereich Deiselberg/Mittelberg.

Hier plant das Regierungspräsidium Nordhessen mit dem Vorranggebiet KS 012 einen Standort für Windenergieanlagen. Nun haben die Aktivisten ein Exemplar des bedrohten Vogels fotografiert. Das erklärt die Bürgerinitiative in einer Pressemitteilung.

In verschiedenen avifaunistischen Stellungnahmen zum 2. Entwurf des Regionalplanes Energie Nordhessen wurde auf die Vermutung, dass dort Schwarzstörche leben könnten. Denn im Bereich des aufgestellten Windmessmastes und elektronischen Windmesswagens seien Horste des Schwarzstorches gefunden worden.

Darüber hinaus hätten geschulte Mitglieder der Bürgerinitiativen bei ihren Horstkartierungen zahlreiche Greifvogelhorste gefunden, besonders auffallend viele des in diesem Bereich ungewöhnlich zahlreich vorkommenden Rot-Milans.

„Diese Informationen wurden allerdings vom Regierungspräsidium bisher nicht zur Kenntnis genommen“, heißt es in der Mitteilung. Schwarzstorch und Milan stehen unter strengem Artenschutz und sind durch den Aus- und Zubau von Windenergieanlagen besonders gefährdet. Der Bereich Deiselberg sei durch seine gut strukturierte Landschaft ein besonders beliebtes Nahrungshabitat und der angrenzende Wald damit ein hoch schützenswertes Brutgebiet.

Nach intensiver Suche sei es Bernhard Sulk, einem Anwohner der Siedlung Deiselberg gelungen, am 24. August morgens gegen 9.30 Uhr einen Schwarzstorch zu fotografieren. Das sei entlarvend für die vom RP im Vorfeld völlig ungenügend durchgeführte Umweltverträglichkeitsprüfung für eine an dieser Stelle in der Zwischenzeit genehmigte Windenergieanlage, sagen die Aktivisten.

In unmittelbarer Nähe genau an diesem genehmigten Standort habe nun nun der bildliche Beweis für die in dem Gebiet lebenden Schwarzstörche geführt werden können. Der sich aus diesem Sachverhalt ergebende Handlungsbedarf werde derzeit in der Bi Pro Reinhardswald erörtert. (eg/gör)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.