Wahl in Bad Karlshafen

Bürgermeister-Kandidaten offenbaren kaum Unterschiede

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Beim HNA-Lesertreff zur Bürgermeisterwahl in Bad Karlshafen (von links): HNA-Redakteur Michael Rieß, die Kandidaten Ralf Betz, Petra Werner, Marcel Maier und  Marcus Dittrich sowie Redakteur Gerd Henke.

Reger Andrang herrschte am Donnerstagabend beim HNA-Lesertreff zur Bürgermeisterwahl in Bad Karlshafen. Über 320 Zuhörer verfolgten im vollbesetzten Kursaal eine fast zweieinhalbstündige Diskussion, in der sich die vier Kandidaten zahlreichen Fragen stellten und Einblicke in ihre politischen Ziele gaben.

In acht Tagen haben 2825 Bad Karlshafener Einwohner die Chance, selbst ihren neuen Bürgermeister oder ihre Bürgermeisterin zu wählen, da Amtsinhaber Ullrich Otto im Oktober nach zwölf Jahren in den Ruhestand geht. Bis gestern Vormittag hatten schon 360 Bürger ihre Wahl getroffen und ihre Stimme per Briefwahl abgegeben. Der HNA-Lesertreff bot erstmals die Chance, die Kandidaten direkt miteinander zu vergleichen, nachdem sie bisher nur einzeln in Veranstaltungen und Haustürgesprächen für sich warben.

Die vier Kandidaten Petra Werner, Ralf Betz, Marcus Dittrich und Marcel Maier treten jeweils als unabhängige Kandidaten an, werden aber teilweise von Parteien unterstützt, wie Werner von der SPD und Dittrich von der FWG und der CDU. Ihre Positionen unterschieden sich teilweise nur geringfügig, wie etwa in der Erkenntnis, dass die angespannte Finanzlage der ärmsten Stadt Hessens nur durch mehr Einnahmen verbessert werden kann. Diese sollen aus dem Tourismus kommen und der Ansiedlung neuer Betriebe, wobei an kleine Einzelhändler ebenso gedacht ist wie an produzierendes Gewerbe. Die Gäste, die nach Bad Karlshafen kommen müssten auch hierbleiben und Geld ausgeben, war eine zentrale Erkenntnis. Dazu müssten aber alle in Bad Karlshafen an einem Strang ziehen.

Marcel Maier erwog sogar, das Fahrgastschiff Hessen aufzugeben, wenn es nur Verluste einfahre. Man müsse sich aber erst die Zahlen ansehen, sagte er. Die anderen Kandidaten widersprachen nicht.

Großen Raum nahm die Finanzlage der Stadt ein. Während Ralf Betz auf Einnahmen durch Betriebe mit erneuerbaren Energien setzte, sagte Petra Werner, dass die Strukturförderung an Bad Karlshafen weitgehend vorbeigegangen sei, es aber noch viele Programme gebe, die auch die Bürger nutzen könnten um Geld zu bekommen. Die Stadt Egal, wer von uns vieren gewinnt, entscheidend ist, dass es angepackt wird. Kandidat Marcel Maier dürfe nicht kaputtgespart werden, man brauche dringend ein Gewerbegebiet. Marcel Maier sagte, dass er knallhart sparen und sich von nicht lohnenden Objekten wie etwa dem Schiff Hessen trennen würde. Die Zahlen müssten entscheiden. Marcus Dittrich sah Einsparmöglichkeiten in einer Verwaltungsgemeinschaft mit anderen Kommunen. Petra Werner will Firmenansiedlungen zur Chefsache machen. Alle setzen auf neue Betriebe für mehr Gewerbesteuereinnahmen, starke Steuererhöhungen sahen sie als riskant an. Einig waren sich die Kandidaten auch, dass dringend neue Veranstaltungen oder andere Magneten in die Innenstadt müssen, damit auch Gäste kommen. Petra Werner bezweifelte, ob ein Investor 800 000 Euro für den Bootshafen riskiert. Betz bezeichnete Läden für Wanderausrüstungen als Perspektive. Weitere Themen waren unter anderem das Vereinsleben, die Lebensmittelversorgung, Abriss oder Sanierung von Schandflecken an den Ortseingängen sowie der Zustand der Wanderwege.

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