Bürgermeister: Liebenau lebt über Verhältnisse

Luftbilde Liebenau Archivfoto: Thiele/Charterflug-kassel.de/Nico Knabe

Liebenau. Die Stadt Liebenau galt lange als Musterschüler des Kreisteils Hofgeismar. Doch nun steht die Kommune vor erheblichen finanziellen Schwierigkeiten.

Bürgermeister Harald Munser (FWG) schlägt Alarm: Er sieht seine Stadt als Beispiel dafür, welche Probleme auf Gemeinden mit großer Fläche und wenig Einwohnern zukommen.

Am Donnerstagabend wird Munser den Haushalt 2016 einbringen. Der wird - wie in den Vorjahren - ausgeglichen sein. Das ist seit Jahrzehnten fast ausnahmslos in Liebenau so. Trotzdem kämpft die Stadt mit einem dauerhaften Defizit von einer halben Million Euro. Das bedeutet: „Wir leben über unsere Verhältnisse“, sagt Munser.

Bisher waren es besondere Situationen, die Liebenau immer wieder das fehlende Geld einbrachten. Zuletzt hatte Kämmerer Markus Langhans ein Schlupfloch entdeckt, dass die Auflösung von Rückstellungen erlaubte. Das war ein Buchungstrick, kein echtes Geld, wie Munser betont. Davon zehrt Liebenau noch. Doch 2017 ist Schluss: „Dann werden wir nicht mehr ausgleichen können.“

Das bedeutet: Liebenau steht dann da, wo andere Gemeinden schon seit Jahren stehen - Sparkurs und Beobachtung durch die Kommunalaufsicht. Das maßvolle Haushalten, auf das die Stadt so stolz war, habe ihr unter dem Strich wenig gebracht, so das bittere Fazit.

Die Liebenauer werden dies zunächst nur begrenzt zu spüren bekommen: „Der kommende Haushalt wird mit moderaten kleinen Steuererhöhungen einhergehen“, sagt Munser. Auf lange Sicht müssten sich die Bürger auf tiefere Einschnitte vorbereiten: „Wir werden über die Dorfgemeinschafthäuser reden müssen, wir haben 20 städtische Versammlungsstätten.“ Wie sein Amtsvorgänger Peter Lange sieht Munser auch das Land in der Pflicht: „Man kann nach aktuellem Stand eine Flächengemeinde nicht vernünftig betreiben.“ (gör)

Von Göran Gehlen

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