Schauinsland Reisen liefert 160-seitigen Sonderkatalog für 2017

Abheben ab Calden: Neuer Partner des Flughafens hat ehrgeizige Pläne

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So werden die Sundair-Maschinen aussehen: Die neue Gesellschaft aus Stralsund, hinter der der Reiseveranstalter Schauinsland steht, wird ab Juli 2017 einen Airbus A319 am Flughafen in Calden stationieren. 13 wöchentliche Flüge zu fünf Zielen sind geplant.

Kassel/Calden. Die neuen Flugreisepartner des Airports Kassel haben ehrgeizige Pläne: „Wir werden hier einiges anstoßen und investieren“, sagte Vertriebsleiter Detlef Schroer von Schauinsland Reisen am Freitag bei einer Pressekonferenz im Kasseler Rathaus.

Für die Ferienangebote des stark wachsenden Touristikunternehmens wird die neue Fluggesellschaft Sundair ab Juli 2017 einen Airbus fest in Calden stationieren und wöchentlich 13 Verbindungen zu populären Urlaubszielen anbieten. Seit Donnerstag sind die Pauschalangebote über Reisebüros buchbar. Allein in den ersten 24 Stunden seien bereits über 100 Buchungen eingegangen, sagte der Schauinsland-Mann: „Die Nachfrage ist da – und zwar nicht nur theoretisch.“

Jetzt will der Reiseveranstalter im Einzugsgebiet des Kasseler Flughafens massiv die Werbetrommel rühren. Neben Großplakaten im öffentlichen Raum und Werbemitteln für Reisebüros hat Schauinsland eigens für den Abflugort Kassel einen 160-seitigen Sonderkatalog für Sommer 2017 aufgelegt, der ab nächste Woche an 500 Reisebüros geliefert werden soll. Flüge und Hotels könen auch separat gebucht werden.

Hessens Finanzminister Thomas Schäfer sagte als Aufsichtsratschef des Airports, mit den neuen Partner habe der Flughafen nun eine realistische Chance für Erfolg im Tourismussegment. Ein entscheidender Faktor dafür sei das vorgesehene Zusammenspiel von Reiseveranstalter und Flugzeugbetreiber. Damit entfalle das bisherige Auslastungsrisiko für Flugfirmen, die ab Calden gestartet seien und sich jeweils eigene, wechselnde Partner suchen mussten, die ihre Maschinen füllen.

Flughafen-Geschäftsführer Ralf Schustereder sprach in der Pressekonferenz von einem „großen Durchbruch“: Mit den neuen Partnern gebe es nicht bloß Ersatz für die weggefallenen Germania-Flüge in Calden. Darüber hinaus gewinne der Flughafen deutlich an Attraktivität auf dem touristischen Markt.

Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen rief als Airport-Aufsichtsrat die Menschen in der Region dazu auf, die neuen Angebote rege zu nutzen. Wer einen Verkehrsflughafen in Nordhessen wolle, könne so am wirkungsvollsten politischen Forderungen nach einer Herabstufung zum Verkehrslandeplatz begegnen.

Schauinsland-Vertriebsleiter Schroer sagte am Rande zu diesem Thema, für die Entscheidung des Veranstalters pro Calden seien „solche politischen Hintergründe völlig irrelevant“ gewesen: „Wir sind Kaufleute.“ Und aus dieser Perspektive sehe man gute Chancen am Flug-Standort Nordhessen.

Schroer machte klar, dass die vielen und ständigen Vorstöße von Reisebüros aus der Region einen entscheidenden Anteil daran hatten, dass sich Schauinsland und Sundair für eine Flugzeugstationierung in Calden entschieden hätten.

Es sei aus Sicht der Partner ein großer Vorteil, dass man das Flugtouristenaufkommen nicht mit anderen Anbietern vor Ort teilen müsse. Wenn Schauinsland aber Erfolg habe, würden erfahrungsgemäß auch andere aktiv.

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