Ab Oktober geht es wieder los

Corona am Airport Kassel: Airline fliegt beliebtes Urlaubsziel wieder an 

Ein Airbus der Fluglinie Sundair hebt am Kassel Airport in Calden ab.
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Am Kassel Airport: Ein Airbus der Fluglinie Sundair hebt ab. Am 3. Juli war der internationale Reiseflugverkehr dort nach dem Lockdown wieder aufgenommen worden. Ziele: Kreta und Palma de Mallorca, das jetzt zum Risikogebiet erklärt und mit einer Reisewarnung versehen wurde.

Corona hat auch in Kassel massive Effekte auf den Flugverkehr. Nun steuert die erste Airline ein beliebtes Urlaubsziel wieder an. Weitere Ziele sollen bald folgen.

Calden – Die Fluglinie Sundair will im Oktober wieder Urlaubsflüge vom Airport Kassel nach Mallorca anbieten. Ab November sollen dann Verbindungen zu den Kanaren (Spanien) und nach Hurghada (Ägypten) folgen. Die Pläne stehen unter Vorbehalt mit Blick auf die Entwicklungen der Corona-Pandemie.

Die Pläne stehen unter Vorbehalt mit Blick auf die Entwicklungen der Corona-Pandemie. Der Hintergrund: Weil Mallorca zum Risikogebiet erklärt worden war, hatte die Airline, die eine ihrer Deutschland-Basen am Flughafen Calden hat, das Ziel ab Kassel Mitte August aus dem Programm genommen. Hintergrund waren laut Sundair wegbrechende Buchungen.

Das Ziel Kreta dagegen ist nach Ende des Lockdowns und Wiederaufnahme des Flugbetriebs Anfang Juli vom Kassel Airport aus bis jetzt kontinuierlich angeflogen worden. Inzwischen gibt es sogar mehr Flüge als zunächst geplant. „Kreta ist durchaus eine Erfolgsgeschichte“, sagt Michael Siegl vom Reisebüroverbund Region Kassel, dem 18 Büros aus Nordhessen und Südniedersachsen angehören. „Das Angebot ist sehr gut angenommen worden.“

Erster Hinflug am 11. Oktober

Im Flugplan für Oktober ist neben Kreta und der innerdeutschen Verbindung nach Sylt am 11. Oktober erstmals wieder ein Hinflug nach Mallorca vorgesehen, der letzte von neun Hin- und neun Rückflügen ist auf den 1. November datiert. Gleichzeitig schränkt Sundair auf Anfrage unserer Zeitung ein: „Sollten sich Änderungen aufgrund der Reisewarnung ergeben, ist es natürlich möglich, dass wir in Zusammenarbeit mit unseren Reiseveranstaltern kurzfristige Anpassungen vornehmen müssen.“

Nach dem 1. November seien im Winterflugplan dann keine weiteren Palma-Flüge geplant, heißt es von der Airline weiter. Mallorca sei ein klassisches Sommerreiseziel. Dafür sollen dann ab Kassel Airport die Kanaren (Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria) und Hurghada bedient werden. Auch hier sagt Sundair: „Aufgrund der aktuellen Lage müssen wir sowohl Ergänzungen als auch Streichungen kurzfristig planen.“

Vom Airport heißt es, dass man auf jeden Fall vorbereitet sei. Man könne jeden Flug abfertigen, den Sundair plane, erklärt Airport-Geschäftsführer Lars Ernst auf Anfrage. Von Flughafenseite könne man dies grundsätzlich garantieren, müsse sich dabei aber natürlich nach der ausführenden Fluglinie und den Gegebenheiten der Pandemie richten.

Reisebüros: Nachfrage ist vorhanden

Eine Nachfrage nach Reisen ist offensichtlich auch in Coronazeiten vorhanden: „Die Leute wollen weg“, sagt Michael Siegl, Koordinator des Reisebüroverbunds Region Kassel, auf Anfrage unserer Zeitung. Insgesamt habe es beispielsweise auf Reisen nach Griechenland in diesem von Corona geprägten Jahr eine gute Resonanz in den Mitgliedsbüros gegeben. Das zeige sich auch daran, dass für den 12. und 23. Oktober Zusatzverbindungen ab Kassel Airport nach Heraklion auf Kreta geplant sind.

Anders sei die Situation natürlich mit Blick auf Mallorca, wo die Flüge ab Calden nach Reisewarnung und Erklärung zum Risikogebiet im August vorerst eingestellt worden waren. Sie sollen im Oktober wieder stattfinden.

Mit Blick auf dieses Vorhaben und die weiteren geplanten Verbindungen der Airline Sundair ab Kassel Airport zu den Kanaren und nach Ägypten merkt Siegl an: Die Nachfrage sei, wie oben beschrieben, in den Reisebüros da. Aber es sei eben auch eine sehr fragile Situation, am Zuspruch der Kunden oder dem Angebot der Reisebüros liege es nicht, ob die Reisen letztlich stattfinden. Das hänge von der Entwicklung der Coronasituation in den einzelnen Gebieten ab. Insgesamt sei es eine angespannte Situation für die Reisebüros, auch vom Umsatz her: „Da leiden alle.“

Hoffnung auf das Frühjahr

Nun hoffe man darauf, dass sich die Situation und die Suche nach einem Impfstoff so entwickeln würden, dass man im Frühjahr wieder durchstarten könne, sagt Siegl. Wenn man sehe, dass sich die Lage entspanne, dann werde man natürlich aktiv werden und Angebote entsprechend platzieren. Die Katalogplanung richte sich entsprechend auch nach den Entwicklungen in der Pandemie aus. „Sonst ist Januar der buchungsstärkste Monat“, sagt Siegl. Man werde sehen, wie es dann aussehe.

Für ihn sei auf jeden Fall eine Botschaft wichtig: „Sundair, der Flughafen, die Reisebüros – wir ziehen alle an einem Strang.“ Möglicherweise würden sich aus der Krise auch Chancen für den Airport und Umgebung ergeben, sagt er beispielsweise mit Blick auf die Situation des Flughafens in Paderborn. (Matthias Müller)

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