TV-Kritik

Am Kassel Airport gedreht: So ist die Comedy-Serie „Check Check“ mit Klaas Heufer-Umlauf

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Petra Kleinert (von links), Sara Fazliat, Uwe Preuss, Klaas Heufer-Umlauf, Doris Golpashin, Kailas Mahadevan und Jan Georg Schütte drehten vor allem am Kassel Airport.

Die Streamingserie "Check Check" mit Klaas Heufer-Umlauf wurde am Kassel Airport gedreht. Nordhessen werden einige Orte wiedererkennen können. Unsere TV-Kritik.

Es ist einsam in Calden. Auf den Straßen, auf dem Parkplatz am Flughafen, im Terminal und nach und nach auch im Kopf von Udo Rothe. Melancholie ist das Leitthema, das sich durch die ersten Folgen von „Check Check“ zieht. Ungewöhnlich für eine Comedyserie, die stets auf den nächsten Lacher aus ist. Und die genau darin ihr größtes Manko hat.

Die Geschichte – Autor ist „Stromberg“-Erfinder Ralf Husmann – ist schnell zusammengefasst, auch weil man sie längst aus etlichen Büchern, Serien und Filmen kennt: Der Großstadtmensch, gespielt von Moderator Klaas Heufer-Umlauf, kommt zurück in die dörfliche Heimat, bleibt dort gezwungenermaßen hängen, reibt sich herablassend an der Gruppe, in die er aber schon bald voll integriert wird. Der Fremdkörper im sozialen Milieu wird in aller Kürze Teil des selbigen. Innovation Fehlanzeige.

Auf der Caldener Wilhelmsthaler Straße wurde gedreht.

Irgendwo innerhalb dieses sich schon in Folge eins abhandelnden Serienplots hangelt sich das Security-Team am Flughafen, hier Simmering-Airport statt Kassel Airport, von Pointe zu Pointe, wobei kaum eine richtig zündet. Die Gags sind erwartbar, vor allem weil die zentralen Charaktere viel zu klischeehaft gezeichnet sind. Der Quotenausländer mit Knasttendenzen, der regelverliebte Oberstreber und die behäbige Dicke sind zu wenig, um „Check Check“ Erfolg zu versprechen.

"Check Check" mit Klaas heufer-Umlauf: Stärkste Moment bei ernsten Themen

Die ersten Folgen haben ihre stärksten Momente dann, wenn es ernst wird. Die sich anbahnende Demenz des Vaters (Uwe Preuss) ist ein schwermütiger Brocken. „Ich komm’ nicht mehr so gut klar, ich weiß. Aber das geht auch wieder weg“, sagt er beim abendlichen Sofagespräch zu seinem Sohn. Das sitzt. Nach Lachen ist einem da eh nicht mehr so zumute.

Klaas Heufer-Umlauf sitzt in der leeren Flughafenhalle. 

Trotzdem macht es Spaß die Serie zu gucken, wenn man Drehorte und Region kennt. Immer wieder ist die Hauptfigur auf den Straßen Caldens unterwegs, den Flughafen werden bald auch Menschen außerhalb Hessens kennen, er wird aus jedem Blickwinkel gezeigt, auch wenn die Macher tunlichst darauf achten, jedes Logo und jeden Schriftzug umgestaltet oder verdeckt zu haben. 

Zitate wie „Hier fliegt höchstens eine Maschine am Tag, der Rest ist Chilli-Vanilli“ wird nicht nur die Airport-Gegner schmunzeln lassen. Tatsächlich wird hier nicht sonderlich überspitzt, der Nordhesse kennt die Realität.

Jeweils zwei Folgen von „Check Check“ zeigt der Streamingdienst Joyn seit dieser Woche jeden Montag, eine TV-Ausstrahlung ist für 2020 geplant.

In Kassel-Calden wird wieder gedreht

Klaas Heufer-Umlauf dreht wieder „Check Check“ am Kassel Airport - Der Flughafen in Kassel-Calden wird wieder zur Serienkulisse. Seit dieser Woche laufen dort die Dreharbeiten für die zweite Staffel von „Check Check“ mit Klaas Heufer-Umlauf.

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