Wildunfälle

Am Wartberg lauert Tod für Tiere

Die Dämmerung ist eine gefährliche Zeit für Wildtiere: An der Niedermeiser Straße bei Hofgeismar macht ein Wildwechsel-Warnschild auf die Gefahr aufmerksam. Ein solches Schild fordern Jäger auch für die B 7 zwischen Calden und Westuffeln. Archivfot o:  Thiele

Calden. Im Kreisteil Hofgeismar gibt es im Schnitt mehr als einen Wildunfall jeden Tag. Ein besonders unfallträchtiger Abschnitt ist nach Auskunft von Jägern die Bundesstraße 7 zwischen Calden und Westuffeln in Höhe des Wartberges.

In diesem Jahr hätten auf dieser Straße bis Mitte November 54 Tiere den Unfalltod gefunden, teilt der zuständige Hegeringleiter, Erhardt Rüsseler, mit. Im einzelnen waren dies 25 Rehe, 18 Wildschweine, vier Füchse, 5 Waschbären sowie jeweils ein Hase und ein Steinmarder. „Bisher entstanden nur Blechschäden“, sagt Rüsseler, „doch es ist vermutlich nur eine Frage der Zeit, dass auch Personen zu Schaden kommen.“ Denn auf diesem Abschnitt gelte keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Bislang werde nur von Westuffeln in Richtung Calden mit einem Schild auf den Wildwechsel hingewiesen. Ein solches Schild fehle in der entgegengesetzten Richtung.

In einem Schreiben an Hessen Mobil regt der Hegeringleiter außer dem Aufstellen eines Wildwechsel-Warnschildes an, auch über eine Geswchwindigkeitsbegrenzung nachzudenken.

Die Jägerschaft selbst bietet das „System der Dreibeine“ an. Das bedeutet, dass immer wenn ein Wildunfall passiert ist, die Jagdpächter ein solches Dreibein aus rot lackierten Latten aufstellen, um die Verkehrsteilnehmer am Straßenrand auf die Gefährdung aufmerksam zu machen. An der Kreisstraße 30 im Revier Meimbressen habe sich dieses System bewährt, sagt Rüsseler. So sei die Zahl der Wildunfälle dort von elf im Jahr 2016 auf nur noch vier in diesem Jahr zurückgegangen. Die Jäger würden die Dreibeine so aufstellen, dass Mäh- und Räumfahrzeuge nicht behindert werden.

Die Aufstellung eines weiteren Wildwechsel-Warnschildes an der B7 müsste die Verkehrsbehörde des Landkreises Kassel anordnen, sagt Horst Sinemus, Pressesprecher von Hessen Mobil in Korbach. Doch bevor neue Schilder aufgestellt werden, findet vorher eine Verkehrsschau mit Polizei, Hessen Mobil und der Verkehrsbehörde vor Ort statt. Sinemus weist darauf hin, dass die Verkehrsbehörden seit einigen Jahren dazu neigen, Schilder im Wald zu entfernen, „weil da jedem Verkehrsteilnehmer klar sein muss, dass er mit Wildwechsel zu rechnen hat“. Schilder sollten nur noch dort aufgestellt werden, „wo der Autofahrer nicht unbedingt auf Wildwechsel vorbereitet sein kann.“ Auch die Versuche mit Dreibeinen betrachte Hessen Mobil eher skeptisch. Eine positive Wirkung sei nicht zweifelsfrei belegt.

Dem Landkreis Kassel als Straßenverkehrsbehörde läge derzeit noch keine Stellungnahme der Jäger zum Unfallschwerpunkt am Wartberg vor, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn.

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