Infoabend zu Flüchtlingen in Calden: Besucher wollen helfen

300 Zuhörer im Landgasthaus Koch: Das Interesse an der Infoveranstaltung zu den Flüchtlingen in Calden war enorm.

Calden. Das Interesse der Caldener an der Zeltstadt für Flüchtlinge auf dem alten Flugplatz ist enorm. Zur Informationsveranstaltung des Regierungspräsidiums am Mittwochabend im Gasthaus Koch kamen mehr als 300 Bürger.

Aktualisiert um 11.50 Uhr

Aus ihren Fragen und Beiträgen klang die große Bereitschaft heraus, unbedingt Hilfe und Unterstützung leisten zu wollen. Es wurde deutlich: In Calden sind die Flüchtlinge willkommen. Sechs Tage nach Aufbau der Zeltstadt sind dort inzwischen über 500 Asylsuchende untergebracht worden. Regierungspräsident Walter Lübcke lobte die organisatorische und logistische Leistung, die seine Mitarbeiter zusammen mit Hilfsorganisationen und den Feuerwehren innerhalb weniger Tage geleistet hätten.

„Innerhalb von 36 Stunden waren die beheizten Zelte aufgebaut, Wasser- und Stromleitungen gelegt.“ Der RP betonte, dass es sich bei der Zeltstadt um eine Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen in Gießen handelt. Dort seien die Kapazitäten aufgrund des anhaltenden Flüchtlingsstroms vollkommen überlastet. In der Erstaufnahme, also auch in Calden, bleiben die Asylsuchenden in der Regel vier bis sechs Wochen. In dieser Zeit wird in Gießen geklärt, ob ein Asylverfahren eingeleitet wird oder ob sie in als sicher geltende Herkunftsländer oder sichere Drittstaaten abgeschoben werden müssen.

Das sei, bis auf wenige Ausnahmen, für Menschen aus dem Westbalkan der Fall, sagte Lübcke. Asyl könne nach dem Grundgesetz nur politisch Verfolgten und eben nicht Armutsflüchtlingen gewährt werden. Die Caldener erkundigten sich indessen danach, wie sie durch Betreuung, Zuwendung und Spenden den Menschen das Leben in den Zelten angenehmer machen können. „Das menschliche Interesse, das hier bekundet wird, ist enorm“, sagt RP-Sprecher Michael Conrad, „Das sind tolle Caldener.“

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