Wilhelmsthal

Artistik und Poesie beim "Fest für alle"

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Artistisch-sinnliches Musikspektakel voller Frauenpower: die Marching-Action-Band Venusbrass.

Rosen sind im Park von Schloss Wilhelmsthal eigentlich nichts Besonderes. Wenn sie lebendig werden, sich  beinahe unmerklich in Bewegung setzen, mit Besuchern Kontakt aufnehmen und begehbare Bilder entstehen lassen, dann allerdings schon.

Möglich werden solch faszinierende Szenerien immer dann, wenn der Kultursommer Nordhessen hier die Regie übernimmt und das Gelände rund ums Rokokoschloss mit seinem „Fest für alle“ in eine zauberhafte Welt der Jonglage, Artistik, Clownerie und Illusion verwandelt.

Die scheint wie gemacht für das Zebra-Stelzentheater und seine „Walking Roses“, die alle Blicke auf sich ziehen und staunende Gäste bei Rosenduft und Vogelgezwitscher dazu animieren, ihrem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Wirklich gelingen soll das allerdings niemandem, ist es doch die Illusion, die das Schauspiel der bayerischen Künstlergruppe und all der anderen Kleinkunstgrößen so besonders macht, die zu Pfingsten tausende Besucher auf liebevolle und gleichermaßen beeindruckende Weise unterhalten.

Da attackieren die grotesken Bombastics oder die schrillen Damen der Marchingband Venusbrass-Quintett die Lachmuskeln ohne Pause, was auch die Herren Schulze und Schröder, international als Wallstreet-Theatre unterwegs, mit ihrem schrägen, britischen Humor in der Tradition von Mr. Bean und Monty Python bestens verstehen.

Verblüffend, überraschend und voller visueller Poesie spielen die Spanier des La Trócola Circus mit der Schwerkraft. Sie lassen nicht nur Bälle, sondern auch Blumentöpfe fliegen. Auf die können die Artisten von Omnivalent verzichten: Sie katapultieren sich am fliegenden Trapez lieber selbst durch die Luft, um kurz darauf sicher wieder am Boden zu landen, auf dem Susan Keiper und Gert Rudolph ihr Archiv des Weltensammlers aufgebaut haben.

Besucher gehen hier nach unzähligen atemberaubenden Kleinkunstdarbietungen nur zu gern auf eine ruhigere Entdeckungsreise durch an überdimensionale Pilze erinnernde Kunstwelten.

Am Ende stellen sie fest, dass die zwar mindestens so viele Rätsel zurücklassen wie das Zebra-Stelzentheater mit den „Walking Roses“, einem aber dennoch ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht zaubern.

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