Ausblick 2016: Calden hofft auf neue Normalität

Sie haben Calden verändert: Drei Flüchtlinge laufen am Ortsschild der Stadt Calden vorbei und winken. Im Rathaus hofft man, dass sich das Zusammenleben mit den Asylbewerbern normalisiert. Archivfoto: Hedler

Calden. In unserer neuen Serie haben wir mit Rathauschefs über das kommende Jahr gesprochen. Heute geht es um Calden.

Calden. Flughafen, Flüchtlinge, Gewerbepark, Finanzen - die Dauerbrenner in Calden werden auch im kommenden Jahr weiter die Politik beschäftigen. Entsprechend muss Bürgermeister Maik Mackewitz auch nicht lange überlegen, wenn es um eine Vorschau auf 2016 geht.

Flüchtlingslager 

„Die Baumaßnahmen weisen den Weg“, sagt Mackewitz und meint damit: Die Befestigung der früheren Zeltstadt zeigt, dass die Caldener noch Jahre mit der Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Flugplatz leben müssen. Mackewitz erwartet weiter eine Stabilisierung der Verhältnisse: Mehr Privatsphäre für die Asylbewerber und feste Gebäude verbesserten die Stimmung dort. Dabei bleibt Mackewitz Realist: Zwar habe der Finanzminister von einer Belegung von 1000 Personen in Calden gesprochen, doch 1500 seien eher zu erwarten. Schließlich sind dafür die Kapazitäten da. Der Bürgermeister hofft, dass der Landkreis aber weiter keine Flüchtlinge der Gemeinde zuweist - schließlich habe man schon genug zu tun mit der Erstaufnahmeeinrichtung.

Gewerbepark

Auf den neuen Gewerbeflächen auf dem Flugplatz ruhen große Hoffnungen. Mit mehr Gewerbesteuer soll Calden langfristig aus dem Minus kommen. Doch Stadt und Landkreis verhandeln weiter mit dem Land mit dem Ergebnis, dass das Projekt stillsteht. „Das ist extrem ärgerlich“, sagt Mackewitz. Er hofft trotzdem auf einen Startschuss für das Projekt in diesem Jahr.

Flughafen 

Die Verlustbeteiligung für Calden ist gedeckelt, das wichtigste Thema damit vom Tisch. Ansonsten hat die kleine Gemeinde nicht viel zu sagen, wenn es um die Zukunft des Airports geht. „Wir hoffen auf eine gute Arbeit des Geschäftsführers“, sagt Mackewitz deshalb.

Haushalt 

Der Haushaltsplan 2015 wurde erst am Jahresende verabschiedet, 2016 will Calden schneller sein. Finanzielle Spielräume will Mackewitz für die Kanal- und Straßensanierung verwenden. „Da geht es in erster Linie um Ehrsten.“

Über den Einsatz von 200 000 Euro aus dem Sonderinvestitionsprogramm ist noch nicht entschieden. Das Geld wolle man aber für nachhaltige Projekte wie Energieeinsparungen ausgeben, die dann den Haushalt dauerhaft entlasteten.

Bauen 

Junge Familien wollen nach Calden, finden aber keine Bauplätze in Calden und Fürstenwald. Nur in Obermeiser gibt es ein Baugebiet. Deshalb soll über die Ausweisung neuer Flächen nachgedacht werden.

Ortsumgehung 

Der Startschuss fällt im März, die Bauzeit ist bis Mitte 2020 geplant. Begonnen wird mit einem Brückenbauwerk. Der Startschuss sei ein wichtiges Zeichen für die Caldener, die befürchteten, durch die Flüchtlingskrise könnte das Straßenbauprojekt am Ende wieder scheitern, weil kein Geld da ist.

Zusammenarbeit 

Calden will mit der interkommunalen Zusammenarbeit in Sachen Jahresabschlüsse beginnen. Mackewitz hofft langfristig auf enge Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden. Aber die potenziellen Partner, Liebenau und Trendelburg, seien noch nicht so weit.

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