Erdbeeren und Co. 

Auswirkungen auf Preise: Obstbauern stecken hohe Verluste bei Ernte nach Frost ein

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Ingrid Wiegartz aus Willebadessen fährt seit über 20 Jahren nach Langenthal zum Erdbeerpflücken: Die Früchte von dort schmecken ihr am besten. Björn Alberding, dessen Familie den Erdbeerenanbau in Langenthal betreibt, freut sich über die treue Kundin. 

Langenthal/Zwergen/Calden. Die Obstbauern in der Region hatten mit der Ernte in diesem Jahr wenig Glück. Späte Nachtfröste haben Süßkirschen, Zwetschgen, Äpfeln und Erdbeeren schwer zu schaffen gemacht. Der geringe Ertrag wirkt sich auch auf die Preise für die Kunden aus.

Obstbauern wie Friedrich Klemme aus Calden sprechen bei diesen Obstsorten von Verlusten zwischen 80 und 90 Prozent. Insbesondere die Erdbeeren haben unter den eisigen Temperaturen im April gelitten. Bei den frühen Sorten habe es teilweise Totalverluste gegeben, sagt Andrea Fülling aus Zwergen. „Da konnten wir einige Felder gleich umpflügen.“

Besser sah es dann bei den mittleren und späten Erdbeersorten aus. Die insgesamt aber eher schmal ausfallende Ernte hat die Preise steigen lassen. War die 500-Gramm-Schale in den vergangenen Jahren für etwa 2,50 Euro zu haben, so war sie in dieser Saison um mehr als einen Euro teurer, ergab eine Umfrage unter den Erdbeerbauern in der Region.

Auf den Feldern in Langenthal und Zwergen ist die Ernte weitgehend abgeschlossen. Wer als Selbstpflücker hier noch ein Körbchen sammeln wolle, müsse weite Wege auf den Feldern zurücklegen, sagt Andrea Fülling.

Auf den Feldern der Klemmes in Calden werden Erdbeeren indes auch diese und nächste Woche noch gepflückt, sagt Klemme. Sobald alle Erdbeeren geerntet sind, werden die Blätter gemäht, damit die Pflanzen neu austreiben können.

Während die Erdbeersaison zu Ende geht, hat die Ernte bei anderen Obstsorten bereits angefangen. Himbeeren, Johannisbeeren und Heidelbeeren sind derzeit frisch in der Region zu bekommen. Und in etwa zwei Wochen werden Sauerkirschen gepflückt. 

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