Bau der vierten Brücke beginnt

Ende 2022 rollen die Autos: B7-Ortsumgehung für Calden im Zeitplan

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Trotz Hitze konzentriert bei der Arbeit: Auf der Baustelle der Jungfernbachtalbrücke (Bauwerk 4) wird gerade die Schalung für das nördliche Widerlager aufgebaut. Im Bild Manfred Michael beim Fertigen des Schalungsgerüsts. 

Calden. Nahe der Caldener Kläranlage hat jetzt der Bau der vierten von insgesamt sechs Brücken begonnen, mit denen künftig die neue Bundesstraße 7 um den Ort herumgeführt werden soll.

Seit vergangener Woche wird die Baustelle mit Bürocontainern, der Freimachung des Baufeldes und der Errichtung der Baustraße hergerichtet. Künftig soll eine 330 Meter lange Stahlverbundbrücke mit Betonpfeilern in bis zu 15 Meter Höhe über das Caldetal hinwegführen. Damit wird sie etwa 70 Meter kürzer und fünf Meter niedriger als die Essentalbrücke der B 83-Ortsumgehung bei Hofgeismar. Die Gründungspfähle im Caldetal werden bis zu 28 Meter tief in den Boden reichen.

Größtes Projekt: Südlich der Caldener Kläranlage (Mitte, dahinter der Flughafen) wird jetzt die Baustelle für den Bau der 330 Meter und 15 Meter hohen Caldetalbrücke eingerichtet.

Bis Sommer 2020 soll die rund 11,8 Mio. Euro teure Brücke fertiggestellt sein. Bereits im Mai wurde mit dem Bau der 232 Meter langen Talbrücke über den Jungfernbach am südlichen Ende der Baustelle nahe der Brandkurven am Schäferberg begonnen. Inzwischen wurden die bis zu zehn Meter langen Bohrpfähle für die Gründung der Brückenwiderlager und der maximal 17 Meter hohen Stützpfeiler gesetzt. Der Boden aus Tonstein und Schluff wies keine Überraschungen auf, berichtet Bauleiter Erwin Schmoll über die Baustelle, auf der außer ihm noch ein Polier und neun Arbeiter tätig sind.

Schieben in Etappen

Neben den beiden Widerlagern werden hier acht (viermal je zwei) Beton-Rundpfeiler gebaut. Der Überbau wird aus Stahl gefertigt und im Schubverfahren in mehreren Etappen auf die Pfeiler geschoben. Das soll – wenn das Wetter mitspielt – ab November erfolgen. Die Jungfernbach-Brücke, die bis Sommer 2019 fertiggestellt werden soll, kostet rund 9 Millionen Euro.

Wenig Schaulustige

Obwohl die Baustelle von der vorbeiführenden alten B 7 aus zu sehen ist, kommen relativ wenige Schaulustige zur Baustelle – vor allem, weil noch relativ wenig zu sehen ist und die bisherigen Arbeiten sich im Untergrund abspielten. Das kann sich ändern, wenn die Pfeiler emporwachsen. Die, die kommen, haben früher meist selbst in der Branche gearbeitet.

Baustelle Jungfernbachtal: Die Gründungspfähle für das südliche Brückenwiderlager reichen zehn Meter in die Tiefe. Hinten entsteht das Schalgerüst für das nördliche Widerlager.

Von den insgesamt sechs im Zuge der Ortsumgehung geplanten Brücken sind inzwischen zwei im Bau, eine zur Überführung eines Wirtschaftsweges (Bauwerk 3) ist bereits fertig, eine zur künftigen Überführung und zum Anschluss der K 47 an die B 7 ist fast fertig und für zwei weitere Brücken läuft die Bauvorbereitung. Dazu gehört die Überführung eines weiteren Hauptwirtschaftsweges über die neue Kreisstraße 47 bei Burguffeln (Bauwerk 5), deren Arbeiten im Herbst beginnen sollen. Außerdem wird noch an der B 83 eine einspurige Unterführung (Bauwerk 6) der K 47 in Fahrtrichtung B 7/Calden nötig. Der Weg aus Richtung Immenhausen und Burguffeln nach Calden wird dadurch künftig etwas länger ausfallen als bisher über die alte K 47, die dann zum Wirtschaftsweg zurückgestuft wird.

42 Millionen Euro für mehr Ruhe

Übersichtsplan: Von den sechs neuen Brückenbauwerken bei Calden sind zwei fertig (2 +3) und zwei im Bau (1 + 4).

Derzeit verläuft die Bundesstraße 7, die neben der A 44 die Hauptverbindung zwischen Ostwestfalen und Nordhessen ist, mitten durch die Ortschaft Calden. Der Bau der etwa fünf Kilometer langen Ortsumgehung soll den Ort vom Durchgangsverkehr und damit die Einwohner von Lärmbelästigung und Schadstoffen entlasten. Außerdem wird die Verkehrssicherheit verbessert. Das jahrzehntelang geforderte Projekt, zuletzt auch durch regelmäßige Protestmärsche, verzögerte sich mehrfach. 

Um Calden zu entlasten muss auch die Landesstraße 3214 (Ehrsten-Calden) nordwestlich Richtung Flughafenkreisel verlegt werden, um auch in diesem Bereich den Verkehr von der Ortsdurchfahrt herunterzunehmen. Zum Projekt gehört auch die vom Kreis Kassel in Auftrag gegebene neue Kreisstraße 47, welche die B 83 mit der neuen B 7 verbindet und die Umgehung der Ortslage Burguffeln bildet. 

Insgesamt entstehen nach Angaben von Hessen Mobil 7,2 Kilometer neue Straße. Die Gesamtbaukosten sind mit etwa 42 Mio. Euro veranschlagt. Ende des Jahres 2022 sollen die ersten Autos über die neue Ortsumgehung rollen. 

Mehr unter www.mobil.hessen.de und unter www.verkehrsservice.hessen.de

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