Aufsichtsrat wertet Jahresergebnis als Erfolg

Airport hat 2016 6,2 Millionen Euro Verlust gemacht

Calden. Der Flughafen Kassel hat 2016 wieder über sechs Millionen Euro Verlust gemacht. Der Fehlbetrag im Betriebsergebnis ist sogar leicht von 6 auf 6,175 Millionen Euro gestiegen.

Das teilte der Geschäftsführer der Flughafen-Gesellschaft, Lars Ernst, am Donnerstag auf Anfrage der HNA mit. Zuvor hatte der Aufsichtsrat in seiner Sitzung den Jahresabschluss behandelt. Das Defizit müssen die vier Flughafengesellschafter (Land Hessen, Stadt und Kreis Kassel sowie die Gemeinde Calden) entsprechend ihrer Anteile tragen.

Obwohl der Verlust des Flughafens Kassel 2016 leicht gestiegen ist, wertet der Aufsichtsratsvorsitzende, Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, das Jahresergebnis als Erfolg: "Kassel Airport liegt im Plan", sagte er der HNA.

Die schwarz-grüne Landesregierung hat vereinbart, dass das Flughafendefizit jedes Jahr um zehn Prozent sinken soll. Das bezieht Schäfer aber auf den 8-Millionen-Euro-Verlust von 2014, sodass das leicht gestiegene 6,2-Millionen-Defizit von 2016 trotzdem im Plan liege: "Der Flughafen erfüllt auch mit dem Ergebnis 2016 wieder die Verabredungen der Regierungskoalition. Und mit dem Sommerflugplan erfüllt er die Erwartungen der Region."

Dass der Flughafen 2016 mehr Verlust machen würde, war allgemein erwartet worden, nachdem es seit Herbst keine regelmäßigen touristischen Flüge mehr gegeben hatte. Die Erwartungen an das laufende Jahr mit den Athen-Flügen von Aegean und dem nun gestarteten Angebot von Sundair sind deutlich höher. Der Finanzminister erwartet in einem Bericht an den Landtag trotzdem noch ein Defizit von 6,09 Mio. Euro. Vor diesem Hintergrund wird der Airport im Herbst evaluiert.

Kritik von der Linken

Kritik an der wirtschaftlichen Entwicklung des Flughafens kommt von der hessischen Linken. Sie war aus dem Bericht des Finanzministers an den Landtag über das voraussichtliche Defizit informiert, der auch unserer Zeitung vorliegt. Die Fraktion addiert zu dem Betriebsdefizit von 6,2 Mio. Euro noch weitere gut 3,04 Mio. Euro, die für hoheitliche Aufgaben wie Werkfeuerwehr und Kontrolldienste anfallen. Das ergebe einen Gesamtverlust von über neun Mio. Euro.

"Es ist keine verantwortungsvolle Politik, jedes Jahr über neun Millionen Euro in einen einstürzenden Leuchtturm zu stecken", sagte der finanzpolitische Sprecher der Linken, Jan Schalauske. Das Geld könnten die am Flughafen beteiligten Kommunen für andere Aufgaben verwenden. Um nicht dauerhaft ein Defizit zu finanzieren, solle der Flughafen zu einem Verkehrslandeplatz zurückgestuft werden.

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Rubriklistenbild: © Malmus

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