Veranstalter Holger Weber im Gespräch

Bilanz nach Airportgaudi in Calden: „Es war sehr emotional“

Die Band Quotime vor Zuschauern beim Terminal of Rock in Calden
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Gitarrensound vor weitläufiger Kulisse: Die Band Quotime war eine von vier Formationen beim „Terminal of Rock“ am Samstagabend auf dem Alten Flughafen in Calden.

Für Holger Weber glich das Wochenende einer Achterbahnfahrt. „Es war sehr emotional“, sagt der Veranstalter der Airportgaudi im Rückblick auf zwei Tage Schlager- und Rockmusik.

Calden - Die Stimmung unter Fans und Bands auf dem Alten Flughafen in Calden war klasse, der zweite Konzerttag stand jedoch kurz vor dem Abbruch – und Geburtstag feierte Weber mittendrin auch noch. Aber der Reihe nach:

Die Organisation

Zweimal musste Holger Weber, der vielen auch als Betreiber des „Deltha Fitness Club“ in Ahnatal bekannt sein dürfte, die vierte Auflage der Airportgaudi wegen Corona verschieben. Zudem fand sie nicht wie gewohnt im Terminal des Kassel Airport statt, sondern auf dem Alten Flughafen. Open Air, mit viel Platz für Abstand – aber eben auch mit mehr Aufwand für die Veranstalter von MW Special Events um Weber. Um Strom- und Wasseranschlüsse kümmern, Bauzäune errichten auf einem ohnehin eingezäunten Gelände: All das schlug dabei zu Buche. Zudem habe man bis wenige Wochen vorher nicht genau gewusst, wie viele Zuschauer man zulassen dürfe, sagt Weber. Daher sei man die Veranstaltung „mit Vorsicht und Respekt“ angegangen, war lieber mit etwas angezogener Handbremse unterwegs.

Dankbar ist Weber für die vielfältige Unterstützung: von der Gemeinde Calden über Helfer von der dortigen SPD und den Flughafen bis hin zur Stadt Hofgeismar, von der die Bühne stammte. Und als eine Nutzung der Parkplätze am nahen Kreis- Impfzentrum für Gaudigäste nicht möglich war, stellte die Firma ZF Luftfahrttechnik Flächen zur Verfügung. „Man spürt, dass die Region mitzieht“, sagt Weber.

Die Stimmung

„Die Leute hatten alle ein Grinsen im Gesicht“: So fasst Holger Weber seine Beobachtungen zusammen. Fans, Band, Caterer, Helfer – Sie alle seien froh, dass es so ein Event nach langer Pause wieder gegeben habe. „Die Musiker haben zum ersten Mal wieder ein Festival gespielt“, berichtet Weber. Musikfreunde seien aus ganz Deutschland angereist, etwa zwei jungen Frauen aus Freiburg, mit viel Enthusiasmus, aber kleinem Budget: „Denen habe ich dann nachts noch umsonst Spießbraten gebracht“, sagt Weber, der am Samstag 56 Jahre alt wurde. „Ich habe quasi mit dem Event rein- und rausgefeiert – und am Sonntag feierte dann auch noch mein Enkel Paul seinen siebten Geburtstag.“

Zur guten Stimmung passend gab es am Freitagabend bei der Schlagerparty einen „traumhaften Sonnenuntergang vor Nordhessens schönster Silhouette, dem Dörnberg“. Doch am Samstag beim Terminal of Rock kamen Wind und Sorgenfalten, „wir standen wegen der starken Böen kurz vor dem Abbruch“. Umso erleichterter waren alle, als am Ende fast alle Musiker und die Veranstalter zur Zugabe auf der Bühne standen und gefeiert wurden. „Da hatte ich Tränen in den Augen.“

Der Ausblick

Ob es nächstes Jahr wieder eine Airportgaudi geben wird, konnte Holger Weber so kurz nach der Veranstaltung am Dienstag noch nicht sagen. Man müsse sich in Ruhe zusammensetzen und natürlich Corona im Auge behalten. Die Pandemie habe, neben der Urlaubszeit, auch Auswirkungen auf die Zuschauerzahl gehabt, meint er. „Es hätten mehr sein können, aber es war trotzdem eine rundum tolle Veranstaltung.“

Zudem habe man gezeigt, dass so ein Event auch in diesen Zeiten möglich ist. Vier Fünftel der Besucher seien geimpft gewesen (der Rest benötigte Tests), merkt Holger Weber an. Vom Kaufmännischen her, so sein Fazit, sei es ein schwieriges Wochenende gewesen. „Aber von den Emotionen her hätte ich mir kein schöneres Geburtstagsgeschenk wünschen können.“ (Matthias Müller)

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