Das Aus droht: Bio-Wärme braucht Kredit von Calden

Das sah es noch gut: Die Mitglieder der Biowärme verkündeten Ende 2014 ihre neue Planung. Von links: Hans-Georg Nöh, Ute Blickwade, Helmut Kampe und Ferdinand Müller. Archivfoto: Rieß

Westuffeln/Obermeiser. Die Zukunft der Bio-Wärme Westuffeln steht erneut auf der Kippe.

Die Genossenschaft droht mit ihrem Plan zu scheitern, Haushalte in Westuffeln und Obermeiser mit Fernwärme aus Biomasse zu versorgen. Sie wendet sich hilfesuchend an die Gemeinde Calden. Deren Parlament vertagte nun eine Entscheidung.

Dabei hat die Genossenschaft einen Neustart hinter sich: Eine Gesetzesänderung hatte die ursprünglichen Pläne, Strom und Wärme zu gewinnen, zunichte gemacht. Mit dem Heizungsunternehmen Viessmann als Generalunternehmer und einem neuen Plan ging es weiter. Doch die Verzögerung kostete Geld - und könnte nun das Aus bedeuten. Das Kernproblem: Die Finanzierung des Projekts ist auf zwanzig Jahre gerechnet. Allerdings steht ein Kommunalkredit über 2,7 Millionen Euro - also Geld, das die Gemeinde Calden für die Genossenschaft leiht - schon vier Jahre zur Verfügung und läuft nur noch 16 Jahre.

Doch in dieser Zeit sei die Investition von 6,6 Millionen Euro nicht finanzierbar, sagte Ferdinand Müller von der Genossenschaft. Die Bio-Wärme erzielt nicht genug Einnahmen, um die Kredite in kürzerer Zeit zurückzuzahlen. Denn: Die DKB-Bank, die 4,2 Millionen gibt, richtet sich nach der Laufzeit des Kommunalkredits. Verlängert die Gemeinde, verlängert die Bank.

Die Lösung aus Sicht der Genossen: Calden soll zwischenfinanzieren, also aus eigener Tasche 35 000 Euro pro Jahr vorstrecken. Tue die Gemeinde das nicht, drohe den Genossen das Aus und Calden bliebe auf Kosten sitzen. Strecke sie dagegen die 560 000 Euro vor, bekomme die Gemeinde das Geld mit Zinsen ab 2031 zurück. Das Gemeindeparlament zeigte sich überwiegend kritisch bis ablehnend. Die Befürchtung: Sollte die Genossenschaft scheitern, werde der Schaden für Calden noch größer werden. Zudem gibt es rechtliche Bedenken.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.