Biokraft-Eigner gehen vermutlich leer aus

Calden. Die Einwohner von Ehrsten und Meimbressen, die bis zu 2500 Euro in eine Bürgergenossenschaft investierten, werden voraussichtlich ihre Einlagen in voller Höhe verlieren.

Die Genossenschaft Biokraft & Wärme Ehrsten-Meimbressen meldete vergangene Woche Insolvenz an. Dass am Ende des Insolvenzverfahrens noch Eigenkapital übrig sei, ist nach Ansicht von Insolvenzverwalter Dr. Richard Foltis eher unwahrscheinlich.

Betroffen davon sind über 160 Genossenschaftsmitglieder aus den Caldener Ortsteilen Ehrsten und Meimbressen. Sie hatten vor nicht einmal fünf Jahren die Genossenschaft ins Leben gerufen, um aus nachwachsenden Rohstoffen Energie zu gewinnen. 2500 Euro zahlten die meisten, um die Genossenschaft mit finanziellen Mitteln auszustatten. Einige zahlten noch nicht oder nicht in voller Höhe. Sie werden jetzt ihrer Zahlpflicht nachkommen müssen. „Sie müssen den ehrlichen und pünktlich zahlenden Mitgliedern gleichgestellt werden. Sonst sind die Ehrlichen die Dummen“, so der Insolvenzverwalter.

Dass die Idee der autonomen Energieversorgung nicht in die Wirklichkeit umgesetzt werden konnte, hatte nach Ansicht der Genossenschaft und des Insolvenzverwalters zwei Gründe.

Als die Genossenschaft redlich bemüht war, ihr Konzept umzusetzen, hätte die Gemeinde eine Schlüsselrolle gespielt. Kernpunkt war die Forderung Caldens nach einer erstrangige Absicherung eines in Aussicht gestellten Darlehens. Dadurch wären die Banken, die das Projekt zum Großteil finanzieren wollten, abgesprungen. Die Verzögerung führte dazu, dass die neuen, niedrigeren Vergütungssätze für die Energieeinspeisung in Kraft traten und das Vorhaben unrentabel machten.

Außerdem, so der Insolvenzverwalter, habe die Gemeinde zu Unrecht Zinszahlungen von der Genossenschaft verlangt. Die Gemeinde sieht dies anders, und will ihrerseits noch Geld von der Genossenschaft.

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Rubriklistenbild: © Archivfoto: Schröter

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