30.000 Euro vorhanden

Es ist noch Geld übrig: Insolvenzverfahren über Energie-Genossenschaft beendet

Blieb eine Zeichnung: Das Kraftwerk zur Erzeugung von Energie konnte die Biokraft- und Wärmgenossenschaft Ehrsten-Meimbressen nicht verwirklichen.
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Blieb eine Zeichnung: Das Kraftwerk zur Erzeugung von Energie konnte die Biokraft- und Wärmgenossenschaft Ehrsten-Meimbressen nicht verwirklichen.

Das vor sechs Jahren begonnene Insolvenzverfahren über das Vermögen der zahlungsunfähig gewordenen Biokraft & Wärme Genossenschaft Ehrsten/Meimbressen ist abgeschlossen.

Calden/Kassel - Das Besondere in diesem Fall: Am Ende ist sogar noch Geld übrig, das nun zur Auszahlung ansteht. Wie der Insolvenzverwalter Dr. Richard Foltis aus Kassel mitteilte, komme das jetzige Ergebnis in Insolvenzverfahren ausgesprochen selten vor. Denn die finanziellen Forderungen der Gläubiger konnten diesmal nicht nur zu 100 Prozent befriedigt werden (Dr. Foltis: „Die Schulden sind alle weg“), sondern darüber hinaus sei auch noch ein Rest von etwa 30.000 Euro vorhanden. Der werde demnächst an den Vorstand ausgeschüttet. Der Vorstand und die Organe der Genossenschaft müssten dann darüber entscheiden, was mit dem Geld geschieht, sagte Insolvenzverwalter Foltis. Der kann damit jetzt die Akten nach einem sehr langen Verfahren schließen.

Der Vorstand der Genossenschaft hatte selbst im Oktober 2014 den Insolvenzantrag gestellt und das Verfahren wurde am 6. Juni 2015 eröffnet. 165 Einwohner aus Ehrsten und Meimbressen hatten in der Regel jeweils 2500 Euro eingezahlt, um umweltfreundlich erzeugte Energie zu nutzen.

Weil die Genossenschaft die Finanzierung nicht rechtzeitig auf die Beine stellte und nach einer Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die geplanten Einnahmegrundlagen nicht mehr stimmten, wackelte der Kraftwerksbau. Als dann auch noch die Gemeinde Calden 21.000 Euro Zinszahlungen zurückverlangte und die Genossenschaft zudem 265.000 Euro an eine Planungs- und Beratungsfirma sowie an zwei Firmen unter anderem für Turbinenteile gezahlt hatte, reichte das Eigenkapital nicht mehr aus. Die Genossenschaft musste Insolvenz anmelden.

Dr. Richard Foltis war aber überzeugt, dass das Geld zu Unrecht gezahlt worden war und klagte gegen die Gemeinde und die Firmen. Nach den Urteilen des Kasseler Landgerichts mussten diese das Geld zurückzahlen, weil es mit der Gemeinde keinen Vertrag gab und die Verträge mit den Firmen noch nicht in Kraft getreten waren. (Thomas Thiele)

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