Bücher und Spiele für Flüchtlinge in Calden

Applaus für Rede: Die Flüchtlinge Fatima Ahmadi (Afghanistan, 2. von links) und Sara Al Vani (Iran, Mitte) hielten Dankesreden auf Deutsch, obwohl sie die Sprache erst seit wenigen Wochen erlernen. Links im Bild Betreuerin Martina Schmitt (Johanniter). Fotos: Thiele

Calden. Die Gesichter strahlen und auch wenn sie nur ein Teil der über 400 Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in Calden sind, so stehen sie symbolisch dafür, dass das Klima in der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) des Landes auf dem alten Flugplatz sich deutlich verbessert hat.

Wo vor einem Jahr eine überfüllte Zeltstadt für Prügeleien und Konflikte sorgte, stehen nun Containergebäude mit richtigen Zimmern und die Atmosphäre ist locker, soweit das in dieser Lage mit unbekannter Zukunft möglich ist.

„Es ist gut hier in Calden, vor allem weil wir jetzt Deutsch lernen“, sagt Fatima Ahmadi aus Afghanistan etwas nervös auf Deutsch, aber erhält sofort Beifall. Ebenso wie Sara Al Vani, die seit zwei Monaten in Calden lebt und sich freut, dass sie in dem Camp jetzt lesen kann und dass sie Hilfe bekommt.

Anlass ist die Einweihung der Flüchtlingsbibliothek Asylothek durch das Kulturforum Hofgeismar. Acht Minuten dauert der Fußmarsch von der Eingangskontrolle quer durch die Containerstadt bis zu dem Gebäude, wo zwei Räume im Obergeschoss mit Regalen, Tischen, Sesseln und Stehlampen zu Aufenthaltsraum, Bücherei und Leseinseln umgestaltet wurden. Es stehen zahlreiche Gesellschaftsspiele sowie über 400 Bücher in Deutsch, Englisch, Arabisch, Albanisch, Persisch, Türkisch und Urdu bereit zum Entdecken.

Die Gäste bevorzugen den Flur, wo Dr. Lothar Jahn, Dagmar Jahn und Karen Jahn Lieder von Flucht und Freiheit musizieren und Barbara Wendler Sprachunterricht durch Puppenspiel gibt. In der Bücherei sorgen noch schwarze Stoffvorhänge für Milderung, doch die Hitze ist schweißtreibend, da erst noch Fenster eingebaut werden müssen, die sich öffnen lassen. Zur Ausstattung der von Gitta Hoffmann (Hofgeismar) initiierten Asylothek haben unter anderem der Presseclub Kassel 3000 Euro und der Rotary-Club Hofgeismar/Kassel 5000 Euro beigesteuert, dazu kommen zahlreiche Buch- und Sachspenden. Das Erlernen der deutschen Sprache sei Voraussetzung für Integration und die Bücherei sei eine wichtige Anlaufstelle für die Flüchtlinge, um sich zu bilden, die persönliche Identität wiederzufinden, sagte Wolfgang Finis vom Kontaktbüro des Regierungspräsidiums. Damit das besser gelingt, daran arbeiten die ehrenamtlichen Helfer der Asylothek täglich weiter. Und weitere Helfer sind dringend nötig.

Bücherei soll Flüchtlingen helfen

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