Asylbewerber nutzen die Busse des NVV

Busfahren: Auch Flüchtlinge brauchen ein Ticket

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Werden vermehrt von Flüchtlingen genutzt: die Buslinie 46 zwischen Fürstenwald und Calden und die Linie 47 zwischen Vellmar und Calden.

Calden. Seit dem Aufbau der Zeltstadt in Calden nutzen die Flüchtlinge vermehrt die dortigen Buslinien des NVV. Oft gibt es Kommunikationsprobleme beim Fahrkartenkauf.

 „Vor allem die Linie 100 von Kassel-Calden zum Bahnhof Wilhelmshöhe und die Linien 46 und 47 gehören laut unseren Mitarbeitern der Verkehrsunternehmen dazu. Auch die Linie 130 nach Hofgeismar wird von den Asylbewerbern häufig genutzt“, so NVV-Sprecherin Sabine Herms. Beschwerden, dass Busse überfüllt seien, gab es beim NVV allerdings noch nicht.

Flüchtlinge müssen genau wie alle anderen Fahrgäste ein reguläres Ticket beim Busfahrer ziehen. „Das System, mit dem Verkauf des Tickets beim Fahrer vorne, lässt generell keine Schwarzfahrer zu. Dass Flüchtlinge kein Ticket brauchen, ist falsch und wir haben keinerlei Informationen, dass besonders Asylbewerber als Schwarzfahrer auffallen.“

In der Erstaufnahmestelle Calden werden keine speziellen Busfahrtickets für Asylbewerber ausgegeben. „Die Monatspauschale, die die Flüchtlinge in der Erstaufnahme bekommen, kann auch für die Mobilität genutzt werden“, so Harald Merz vom RP.

Manche Asylbewerber wissen jedoch nicht, dass sie ein Ticket für den Bus kaufen müssen. „Viele Busfahrer melden uns, dass sie den asylsuchenden Fahrgästen oft erklären müssen, dass sie ein Ticket brauchen, um mitfahren zu können. Die Verständigung ist durch die Sprachbarriere schwer, eine bessere Aufklärung in den Erstaufnahmestellen wäre sinnvoll“, erklärt Sabine Herms.

Falls ein Flüchtling beim Schwarzfahren in Bus oder Bahn erwischt wird, setzt das gleiche Bußgeldverfahren ein, wie bei anderen Fahrgästen auch. „Personen ohne Ausweis geben dann den Namen ihrer Erstaufnahmestelle oder ihrer Unterkunft an. Wird das Bußgeld nicht bezahlt, kann das im schlimmsten Fall mit einem Gerichtsverfahren und einer Vorstrafe enden“, erklärt Herms.

Die Bahnhofmission Kassel Wilhelmshöhe empfiehlt Asylbewerbern, die mobil sein wollen das sogenannte Diakonie Ticket. „Es muss nachgewiesen sein, dass jemand hilfebedürftig ist, dann kann das preisreduzierte Diakonie Ticket im Wert von 34,50 Euro im Monat beantragt werden“, so Achim Depper von der Bahnhofsmission. „Schon in den vergangenen anderthalb Jahren war die Nachfrage groß. Viele Flüchtlinge kommen in die Bahnhofsmission, um ein solches Ticket zu beantragen“, erzählt Depper, der für die Ausgabe verantwortlich ist.

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