Cällische Kirmes nimmt Dinges auf die Schippe

Calden. Wenn „Das Lied vom Tod" durch die Straßen Caldens klingt und der Rathauschef am Galgen eines fahrenden Saloons „im ersten Wahlgang abgehängt" wird, dann ist klar: Die Kirmesburschen haben zum Festumzug ihrer Herbstkirmes gerufen.

„Die SPD und die Vereine haben den Bürgermeister zerlegt, der Mackewitz hat ihn schließlich weggefegt", hieß es da am Sonntag am Wagen der Truppe „Wilde Sieben" rund um Markus Susoff im munteren Festtreiben, das wie gewohnt zum kunterbunten Jahresresümee mit Augenzwinkern wurde.

Wie in den Vorjahren hatten neben den Kirmesburschen viele Vereine, Gruppen und Verbände reichlich Kreativität und gestalterisches Geschick bewiesen, um mit ihren Motivwagen Ereignisse und Begebenheiten der zurückliegenden Monate aufs Korn zu nehmen.

Gut 40 Gruppen marschierten bei Sonnenschein durch die Straßen, die einen als junge Musicalstars, andere als farbenfrohe Hippies, die Terror und Gewalt in der Welt ein Ende setzen wollen. Während die Jüngsten munter durch die Straßen liefen, ließen sich die Ex-Kirmesburschen lieber chauffieren - ältester unter ihnen: der 93-jährige Friedrich Homburg.

Manch Dame wurde zum gefeierten Schlagerstar, der Caldener Flughafen wie gewohnt zur Lachnummer: „Nur am Flughafen brennt die ganze Nacht Licht, doch mehr als ein Mückenfänger ist es nicht!“ Und wenn schon kaum Urlaubsmaschinen fliegen, dann doch wenigstens Zuckersteine, die gehören zum Caldener Festumzug dazu, wie auch literweise Freibier, über das sich nicht nur die Wagenbauer, sondern auch die gut 1000 Zuschauer freuten, die sich entlang der Strecke versammelt hatten und den Umzugsakteuren immer wieder begeistert Applaus spendeten.

Keine Wunder, war das Zusehen doch spannender als jede Nachrichtensendung, spiegelten die Feiernden schließlich in gewohnter Manier nicht nur regionale, sondern auch internationale Themen wider.

So lebte das Fußballwunder nochmal auf, als Steven Berndt vom TSV Jahn den WM-Pokal in die Massen hielt und erklärte: „Der Nordhesse Mustafi war der Beste, nachdem er sich verletzte.“ Ihr Fett weg bekamen dank der Pneu-Boys auch die „goldenen Engel“ des ADAC, der nämlich „taugt nicht mehr viel, denn er manipuliert im großen Stil“. Im gewohnt großen Stil ging auch die diesjährige Kirmes zu Ende, mit einem feuchtfröhlichem Kirmesausklang.

Bilder von der Kirmes

Cällische Kirmes in Calden

Von Sascha Hoffmann

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