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Caldens Bürgermeister überrascht von Muller-Rauswurf

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Von: Thomas Thiele

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Andreas Dinges
Andreas Dinges

Calden. Überrascht von der Abberufung der Caldener Flughafengeschäftsführerin Maria Anna Muller wurde der Caldener Bürgermeister Andreas Dinges, zugleich Mitglied im Aufsichtsrat. Von einem neuen Flughafenchef erwartet er in Zukunft mehr Gesprächsbereitschaft.

Dinges wurde am Samstag, bevor die Pressemitteilung über die Personalentscheidung herausging, vom Aufsichtsratsvorsitzenden, dem hessischen Finanzminister Thomas Schäfer, über die Entwicklung informiert.

Die Auflösung des Vertrages sei vor allem deshalb überraschend, weil man in der Woche zuvor noch darüber gesprochen habe, der Geschäftsführerin einen Helfer zur Seite zu stellen. Im Nachhinein sei das aber schon ein Hinweis auf die Entwicklung gewesen.

Gegenüber der HNA äußerte sich Andreas Dinges nur als Bürgermeister, der mit der Flughafenleitung nicht nur gute

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Erfahrungen gemacht habe. In der Geschäftsführung sollten eigentlich alle an einem Strang ziehen, das sei aber nicht gewährleistet gewesen und die Schuld sei wohl nicht nur bei einer Person zu suchen.

Der Muller-Nachfolger müsse auf jeden Fall Wort halten, eine hohe Akzeptanz finden und mindestens zehn Jahre lang zur Verfügung stehen. Reiseunternehmen und Fluggesellschaften hätten sich nicht richtig unterstützt gefühlt, gibt Dinges seine Beobachtungen wieder. Vor allem seien die Möglichkeiten der eigens geschaffenen Beiräte am Flughafen mit ihren Experten aus vielen Fachgebieten nicht so genutzt worden, wie es sinnvoll gewesen wäre. „Da gab es Fachleute aus allen Richtungen, doch die Geschäftsführung muss auch offen für Ratschläge sein, sie wollte aber nichts davon wissen“, meint Dinges.

Als Beispiel nennt er die Debatten zwischen der Gemeinde und der Flughafenleitung beispielsweise über die Beleuchtung oder die Feuerwehr. Die strikte Trennung zwischen drinnen und draußen sei aus Sicherheitsaspekten zwar nachvollziehbar, doch man dürfe nicht überbürokratisch reagieren, kritisiert der Bürgermeister die wenig flexible Haltung der Geschäftsführung. Sie sollte die Strukturen vor Ort kennen und die guten Kontakte in der Branche nutzen und offen sein für Kooperationen, empfiehlt Dinges.

Video-Umfrage zu Mullers Aus

Jetzt müsse offen geredet werden. Auch das Verfahren, dass die Geschäftsführerin vom Vorgänger Ries ausgesucht wurde, sei nicht optimal. Besser wäre eine Ausschreibung gewesen. Dinges: „Man muss eine Linie vorgeben und Tacheles reden.“ Der neue Geschäftsführer könne auf jeden Fall mit voller Unterstützung von Aufsichtsrat, Beirat und Bürgermeister rechnen. (tty)

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