Ermittler suchen nach Ursache

Nach Feuer in Erstaufnahme: 21 Verletzte, darunter drei Brandschützer

Containergebäude am Tag nach dem Feuer. Foto: Gehlen

Calden. Die Suche nach der Ursache des Feuers in der Erstaufnahme Calden hat begonnen: Am Montag sahen sich Brandermittler der Kasseler Kripo das betroffene Gebäude an.

Aktualisiert um 17.12 Uhr

„Eine Untersuchung konnte aber auf Grund der akuten Einsturzgefahr nicht vorgenommen werden“, sagt Polizeisprecher Jürgen Wolf. Unterdessen hat sich die Zahl der Verletzten auf 21 erhöht. Laut Wolf werden voraussichtlich Ende dieser Woche die oberen Container des Gebäudes abgetragen, so dass die Kasseler Ermittler mit Kollegen des Landeskriminalamtes den Brandort untersuchen können. Einen Anschlag von außen schließt die Polizei weiter aus.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand sind bei dem Brand am Sonntag 21 Personen verletzt worden. Zwölf Verletzte wurden nach ambulanter Behandlung entlassen. Neun Verletzte wurden mit Rauchgasvergiftungen, Kreislaufbeschwerden, Schnittverletzungen und Frakturen in Kliniken gebracht. Einige konnten das Krankenhaus bereits wieder verlassen.

Laut Kreisbrandinspektor Sebastian Mazassek war der Anteil der verletzten Einsatzkräfte höher als zunächst berichtet: Insgesamt seien drei Brandschützer verletzt worden. Die Ursache waren herumfliegende Glassplitter, eine Feuerwehrfrau sei mit dem Fuß umgeknickt. Wie Mazassek bestätigt, war die Feuerwehr die ganze Nacht im Einsatz auf dem Flugplatz.

Retter aus Fuldabrück rückten am Sonntagabend an, um die Caldener Wehr zu entlasten und die Brandwache in der Nacht zu übernehmen. Zudem wurden aus Gründen der Einsatztaktik nicht alle umliegenden Feuerwehren alarmiert. Immenhausen sei beispielsweise nicht dabei gewesen, um bei einem weiteren Feuer in der Gegend noch freie Einsatzkräfte zur Verfügung zu haben. Im Einsatz waren: Calden, Grebenstein, die Berufsfeuerwehr Kassel, Vellmar, Hofgeismar, Flughafenfeuerwehr Calden, Katastrophenschutzlöschzug mit Kräften aus Fuldabrück, Habichtswald-Zierenberg, Wolfhagen. Auch Fuldatal und Espenau waren mit Sonderfahrzeugen dabei. Zudem waren Rettungskräfte und das THW Hofgeimar im Einsatz.

Unklar bleibt nach wie vor die Höhe des Sachschadens. Zuständig ist das Regierungspräsidium (RP) Gießen. Eine RP-Sprecherin teilte mit, dass man die Ermittlungen der Polizei abwarten müsse. Danach könne man den Schaden begutachten und über Konsequenzen nachdenken. Auch der Wiederaufbau des Gebäudes sei dann vorgesehen. Momentan leben knapp 400 Flüchtlinge im Lager.

Feuer in Caldener Erstaufnahme

Gegen 13.15 Uhr am Sonntag war das Feuer in einem Containergebäude auf dem alten Flugplatz ausgebrochen. Rund 120 Flüchtlinge wohnten dort, vor allem alleinreisende Männer aus elf Nationen. Das Gebäude besteht aus 20 Containern in zwei Etagen. Bereits kurze Zeit später schlugen die Flammen aus dem Gebäude, die Rauchwolke war über große Entfernung hinweg zu sehen. Auch angrenzende Leichtbauhallen wurden in Mitleidenschaft gezogen. Die Feuerwehren rückten mit einem Großaufgebot an und konnten den Brand löschen.

Fotos und Video von Sonntag

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