Neue Forderung der Linken

Flughafen Calden soll nicht länger militärisch genutzt werden dürfen

Calden / Kassel. Die Linken im Landkreis Kassel wollen durchsetzen, dass der Flughafen Kassel-Calden künftig nicht mehr von Militärflugzeugen angeflogen werden darf.

In einem Antrag für die nächste Sitzung des Kreistages fordert die Partei die Abgeordneten auf, sich gegen eine militärische Nutzung des 2013 eröffneten Regionalflughafens auszusprechen. Landrat Uwe Schmidt (SPD) solle mit den übrigen Gesellschaftern der Flughafen-GmbH (Land Hessen, Stadt Kassel und Gemeinde Calden) verhandeln, fordert Linken-Fraktionschef Christian Knoche (Hofgeismar). Eine militärische Nutzung durch die Luftwaffe müsse in Zukunft „strikt unterbleiben“. Um dieses Ziel zu erreichen, soll der Landrat nach dem Willen der Linken bei der Flughafen-GmbH und der Bundeswehr ein Veto gegen die Militärflüge einlegen.

Anlass für die Forderung der Linken, die im Kreistag über zwei Sitze verfügen, ist der Flug kurdischer Peschmerga-Kämpfer vor zwei Wochen von Calden ins nordirakische Erbil. Die Kurden waren in der Infanterieschule der Bundeswehr in Hammelburg für ihren Einsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat ausgebildet worden. Für den Transport ins Kampfgebiet war eine Transall der Luftwaffe genutzt worden. Bei der Bundeswehr erklärte man auf HNA-Anfrage, die Gesellschafter könnten Starts und Landungen von Militärflugzeugen nicht verhindern. „Das geht grundsätzlich nicht“, sagte Luftwaffensprecher Thomas Langer. Für die Nutzung von Calden durch die Luftwaffe gebe es „keine gesonderten rechtlichen Grundlagen“. Im Grundsatz werden Militärmaschinen demnach nicht anders behandelt als zivile Luftfahrzeuge.

Landrat Schmidt sagte, Calden sei zwar zuerst ein ziviler Regionalflughafen, könne bei Bedarf aber auch militärisch genutzt werden. Die Stadt Kassel wollte sich zu dem Thema nicht äußern. Beim Land war niemand zu erreichen.

Von Peter Ketteritzsch

Rubriklistenbild: © Archivbild: Thiele

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