Bürgermeisterwahl Calden

Maik Mackewitz über Finanzen, Jobs und Wohnraum

Caldens Bürgermeister Maik Mackewitz
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Tritt erneut zur Bürgermeisterwahl in Calden an: Maik Mackewitz.

Egal, ob Maik Mackewitz auf seine erste Amtszeit zurückblickt oder auf eine mögliche zweite voraus: Finanzen sind immer ein Thema.

Calden - Die HNA hat mit dem parteilosen Amtsinhaber, einziger Kandidat für die Bürgermeisterwahl am 1. November, über seine Schwerpunkte gesprochen:

Finanzen

Die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Finanzen der Gemeinde sind noch nicht absehbar. „Die wichtigste Aufgabe der letzten Jahre war die Stabilisierung der Finanzlage“, sagt er. Mehr als vier Millionen Schulden habe man abgebaut, 2019 wurde erstmals ein sechsstelliger Überschuss erwirtschaftet. „Hierfür war elementar, die Anteile an der Flughafen GmbH von sechs auf drei Prozent zu reduzieren.“ Der Airport sei für die Zukunft der Gemeinde sehr bedeutsam. Die Steuererträge durch umliegende Betriebe sind mittlerweile höher, als die Aufwendungen für die Gemeinde als Gesellschafter. „Die solide Haushaltsführung muss fortgesetzt werden, denn nur dann haben wir Gestaltungsspielräume.“

Infrastruktur

Zuletzt wurde sehr viel in das Kanalnetz, die Dorfgemeinschaftshäuser, die Feuerwehrhäuser und Schwimmbad investiert. „Bis Ende 2020 wird es in allen sechs Ortsteilen ein zukunftsfähiges Glasfasernetz geben“, sagt Mackewitz. Die dadurch bedingten Schäden an den Gehwegen zu beseitigen, werde ein finanzieller Kraftakt. Weitere Ziele: die Verbesserung des Radwegenetzes, insbesondere im Warmetal und zum Schloss Wilhelmsthal, moderne Technik für die Verwaltung, um Dienstleistungen künftig auch online anzubieten.

Soziales/Sport

Die soziale Infrastruktur könne sich sehen lassen: Seniorenbetreuung vom betreuten Wohnen bis zur Vollzeitpflege, Arztpraxen wurden nachbesetzt, Kinderbetreuung ab dem 2. Lebensjahr. Wegen steigender Kinderzahlen müssten Kinderbetreuungsangebote erweitert werden. Es gebe ein reges Vereinsleben und ein breites Sportangebot. In Calden wird der Trainingsplatz zum Baugebiet, als Ersatz wird ein neuer Sportplatz am Sportzentrum gebaut.

Gewerbe

In den letzten Jahren haben sich stetig Betriebe am alten Flugplatz angesiedelt. 1000 Menschen arbeiten am Airport und in umliegenden Betrieben. Stadt und Kreis Kassel und die Gemeinde wollen das 60 Hektar große Areal zum Gewerbepark entwickeln. Ende 2021 soll die Vermarktung beginnen. Ziel: Weitere, auch größere Betriebe sollen sich ansiedeln und Jobs schaffen.

Wohnen/Bauen

„Calden ist zu einem begehrten Wohn- und Arbeitsort geworden“, sagt Mackewitz. Man gehöre zum erweiterten Speckgürtel von Kassel. Es gibt eine große Nachfrage nach Wohnraum, besonders bei jungen Familien. In Kürze werden größere Baugebiete in Fürstenwald und Calden entstehen. Mit der Fertigstellung der B7-Ortsumgehung Calden Ende 2022 werde sich die Wohnqualität noch verbessern. Der Ortskern in Calden könne dann neu gestaltet werden, ebenso die der Ortsteile. Dabei wolle man die Bürger einbeziehen. (Matthias Müller)

Zur Person

Maik Mackewitz (53) ist in Calden aufgewachsen. Er ist verheiratet und hat vier Kinder von 12, 17, 19 und 26 Jahren. Seit 2015 ist er Bürgermeister der Gemeinde Calden. Zuvor war er 28 Jahre Soldat (Oberstleutnant im Generalstabsdienst), er hat einen Studienabschluss als Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik.

Bei der Bundeswehr bekleidete er zahlreiche Führungsaufgaben, unter anderem trug er zwei Jahre als Kommandeur eines Flugabwehrregiments Verantwortung für 1000 Soldaten. Insgesamt leistete er sechs Jahre Dienst im Verteidigungsministerium in Bonn. Im Jahr 2000 war er im Auslandseinsatz im Kosovo, 2005 für sechs Monate in Afghanistan als Leiter der multinationalen Operationszentrale in Kunduz. Sein Dienstverhältnis als Berufssoldat ruht für die Dauer der Amtszeit als Bürgermeister.

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