Calden: Pferdesteuer könnte 200.000 Euro bringen

Sitzungssaal im Rathaus: So einen Andrang gab es im Caldener Rathaus in einem Ausschuss in den vergangenen 18 Jahren noch nie, sagt Bürgermeister Andreas Dinges. Foto: Temme

Calden. „Calden beschließt am Montag eine Pferdesteuer" - diese Nachricht machte die Runde in Reiterkreisen. Die Resonanz war enorm: 250 Reiter kamen ins Rathaus.

Doch ein Beschluss war gar nicht vorgesehen. Auch die Einführung einer solchen Steuer ist noch in weiter Ferne. Grundsätzlich hält Bürgermeister Andreas Dinges eine solche Abgabe in Calden aber für „denkbar“: Man werde dann aber nicht allein, sondern im Verbund mit anderen Kommunen handeln.

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Es habe sich gezeigt, dass 300 Pferde in Calden für eine Besteuerung infrage kämen. Bei einer Steuer von 100 bis 700 Euro im Jahr wären das 30.000 bis 200.000 Euro Einnahmen. Das sei in etwa die Größe des Haushaltslochs - ohne die Kosten durch den Flughafen Calden.

Doch da eine Pferdesteuer rechtlich noch nicht vollständig abgesichert ist, sei sie frühestens im nächsten Jahr eine Option. Dinges macht auch klar, dass die Gemeinde irgendwo sparen oder Mehreinnahmen erzielen muss.

Dass die Pferdesteuer nun schon Thema wurde, liegt am so genannten Haushaltssicherungskonzept (HSK), das im Dezember eingebracht wurde - aber nicht beschlossen ist. Das ist ein Plan, wie die Gemeinde ihre Ausgaben und Einnahmen ins Lot bringen will. In dem taucht auch mit einem Absatz die Pferdesteuer auf.

Über das HSK sollte nun der Haupt- und Finanzausschuss, beraten. Er ist nicht das entscheidende Gremium, sondern bereitet die Entscheidungen des Parlaments vor.

Grund, dass sich der Ausschuss nun mit dem HSK beschäftigte, war laut Bürgermeister Andreas Dinges, „um die Fraktionen wach zu rütteln“. Denn bisher habe sich in Sachen Haushaltsberatung nichts getan.

Vor den Folgen für Caldens Ortsteile warnte Axel Träger, Ortsvorsteher in Ehrsten: „Mit einer Pferdesteuer würde die Gemeinde einen schweren Fehler machen“, sagt er. Denn es funktioniere gut, Reiter auf die Dörfer zu holen und so den Leerstand zu bekämpfen. (gör)

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