Moderation ohne Worte

Premiere des 21. Winter-Varietés in der Konzertscheune

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Zauber von Form und Farbe: Ausnahmejongleur Fabio Zimmermann aus Berlin verwandelt die Bühne beim Winter-Varieté in ein Kaleidoskop.

Calden. Im kleinen Caldener Ortsteil Ehrsten macht zur Weihnachtszeit ein Kleinkunsttempel von sich reden: die Konzertscheune von Berthold Braun ist ein kultureller Magnet.

Seit 20 Jahren gibt es die Konzertscheune nun - und mit einem vollem Haus feierte am Donnerstagabend das 21. Caldener Winter-Varieté eine fulminante Premiere, Auftakt zu weiteren 25 Vorstellungen bis zum letzten Tag des Jahres. Getreu der Braunschen Devise „immer wieder neue Akzente setzen“ präsentiert das Varieté in der Scheune mit Charme (künstlerische Leitung: Peter Dams) erneut internationale Akteure mit überraschenden Darbietungen.

Toller Typ: Moderator Detlef Winterberg kommt ohne Worte aus. Mit Gestik und Mimik hat er dennoch viel zu sagen.

So etwas hat es in zwei Jahrzehnten nicht gegeben: eine Moderation durch den Abend ganz ohne Worte. „Reden ist Silber, Schweigen ist witziger“ heißt die Ein-Mann-Performance von Comedian Detlef Winterberg. Der nonverbale Entertainer fesselt das Publikum mit perfekten Bewegungsabläufen zu clownesken Versatzstückchen bei temperamentvollen Hintergrundbeats. Der schräge Blick, die kantige Bewegung - dieser coole Typ gewinnt auf Anhieb alle Sympathien. 

Sein Gegenspieler ist ein Mann der vielen Worte. Den Niederländer Robert Blake hat Veranstalter Braun sozusagen von der Straße weggeholt und in seine Scheune verpflanzt. Für den dreifachen niederländischen Meister der Straßenzauberkunst bedeutet die Calden-Saison das persönliche Varieté-Debüt. Grandioses Schattenspiel verbindet sich bei ihm mit dem Zauber der Magie. Als Degen schwingender Pirat mischt sich Blake zum Programmauftakt unter die Besucher und heuert sie an für die Reise auf dem Segler der guten Laune. „Aye aye Käpt’n“, klingt es ebenso willig wie erwartungsvoll zurück.

Akrobatische Bestleistungen komplettieren die Show. Im Varieté eine Rarität: Tanz und Sprünge auf dem Horizontalsaal. Über den Köpfen der Zuschauer beweist Aniko Serfözö Trittsicherheit. Hoch hinaus will auch Marie Oldenbourg am Doppelschwungseil, an dem sie tänzerische Leichtigkeit und ausgefeilte Technik kombiniert. Bei Hand-auf-Hand-Akrobatik des Damentrios Threestyle aus der Ukraine trifft Grazie auf Kraft. Eleganz ist auch das Markenzeichen von Artistin Tetiana Wetzel, die rasant fliegende Teppiche auf ihren Füßen und Händen balanciert. Die Bühne verwandelt er in ein farbenfrohes Kaleidoskop: Ausnahmejongleur Fabio Zimmermann (Magic Jonglage) lässt Leuchtkeulen pfeilschnell und kontrolliert ihre Bahnen ziehen.

Ein fröhlich-entspanntes Publikum dankt mit Beifall und Pfiffen für eine mitreißende Zweieinhalb-Stunden-Show.

• Karten-Hotline: Tel. 05677/9597-11

Premiere 21. Winter-Varietés Konzertscheune Calden

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