Ein gewagtes Experiment

Calden: Skijet soll einmal im Monat nach Innsbruck fliegen

Flugzeug in Calden: Künftig soll es per Chartermaschine auch nach Innsbruck gehen. Archivfoto: Thiele

Calden. Jetzt ist es bestätigt: Ein Flugzeug soll ab Dezember einmal pro Monat Skifahrer von Calden nach Innsbruck und zurück bringen. Das gaben Reiseveranstalter Dieter Kohl und Flughafenchef Ralf Schustereder am Freitag bekannt.

Dass das Angebot ein gewagtes Experiment ist, ist dem Eschweger Kohl durchaus bewusst: „Die Grenze zwischen Idealismus und Idiotie ist oft schmal.“ Man sei aber fest entschlossen, die Sache durchzuziehen. Dass künftig ein Skijet nach Calden fliegt, war kürzlich bereits kommuniziert worden. Jetzt legte Kohl nach und präsentierte auch einen Vertriebspartner, die DER Deutsches Reisebüro GmbH.

Aktualisiert um 18.08 Uhr

Kohl machte aber auch klar, dass bei aller Leidenschaft für das Experiment kaufmännische Überlegungen nicht außen vor bleiben können: „Wir wollen bei 150 Teilnehmern starten“, sagen Kohl und DER-Verkaufsleiter Frank Möller. Auch wenn man damit dann noch kein Geld verdiene. 180 Plätze hat das Flugzeug.

Auch Flughafenchef Ralf Schustereder machte klar, dass der Skijet die Passagierzahlen in Kassel-Calden nicht nennenswert nach oben treiben wird. Es sei aber trotzdem ein wichtiges Zeichen: „Wir probieren mal was in der Nische.“ Geplant sind Pauschalreisen mit drei vollen Skitagen: Freitagmorgen 7 Uhr hebt das Flugzeug in Calden ab. Zwei Stunden später sollen die Teilnehmer im Stubai- und Zillertal auf der Piste stehen. Am Sonntagabend geht es ab 19.30 Uhr zurück. Solche Touren bot Kohl bisher als Busreisen an.

Zwei Nachtfahrten waren nötig, je nach Verkehrslage hätten die Teilnehmer insgesamt 15 bis 20 Stunden im Bus gesessen. Dass dieser Stress nun entfällt, sieht der Reiseveranstalter als großen Vorteil – auch wenn die Reise dann mit rund 600 Euro je nach Kategorie 250 Euro mehr kostet. Für Nicht-Skifahrer gibt es auch ein Alternativprogramm. Der erste Flieger soll am 12. Dezember abheben. Sechs weitere Termine sind bis Mai vorgesehen. Was dann kommt, hänge von der Resonanz ab: Denkbar seien im nächsten Jahr neue Angebote, beispielsweise zu Skigebieten nach Frankreich oder Salzburg.

Ein Geheimnis wird aus den Fluggesellschaften gemacht: Die dürften aus Vertragsgründen nicht genannt werden. Der erste Flug werde mit einer deutschen Airline absolviert, die restlichen mit „renommierten Gesellschaften aus der EU.“ Gebucht werden kann bis vier Wochen vor den Terminen. Dann steht fest, ob der Flieger abhebt. Dass das gelingt, davon zeigten sich Kohl und Möller überzeugt. Sie versprechen aber auch: „Wir lassen die Skifahrer nicht im Stich.“ Kommen die 150 Passagiere nicht zusammen, fahre eben ein Bus. (gör)

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