Zurzeit leben etwa 900 Flüchtlinge in Zeltstadt

Stimmung in Calden hat sich offenbar beruhigt

Calden. Die Kritik an der Zeltstadt ist nicht komplett verstummt, die Stimmung in Calden hat sich aber offenbar beruhigt.

Das ergaben Gespräche mit Einwohnern, Flüchtlingen, Geschäftsleuten und der Polizei.

„Der Eindruck, dass sich die Lage stabilisiert hat, täuscht nicht“, sagt Polizeisprecher Torsten Werner. „Die Konflikte innerhalb der Zeltstadt haben merklich nachgelassen. Zahlen dazu nennt die Polizei nach wie vor nicht.

Seit August leben in wechselnder Anzahl Flüchtlinge auf dem alten Flugplatz in Calden. Anfangs gab es oft Konflikte: Es ging unter anderem um Müll in der Nähe der Unterkunft, Unsicherheit der Einwohner beim Aufeinandertreffen mit Flüchtlingsgruppen und Streit und Schlägereien innerhalb des Lagers. Viele dieser Probleme sind mittlerweile offenbar im Griff.

Geschäftsleute, die Läden in der Nähe der Zeltstadt betreiben, nennen drei Gründe dafür: Zum einen spüre man die geringere Anzahl der Flüchtlinge, die zurzeit bei etwa 900 liegt (zu Spitzenzeiten waren es knapp 1800). Zum anderen sei das Wetter schlechter und die Asylsuchenden setzten sich nicht mehr in der Nähe der Geschäfte zusammen. Außerdem sei das Interesse an Neuem wohl bei den meisten abgeflaut.

„Am Anfang kamen bis zu 30 Flüchtlinge auf einmal und wollten Handykarten kaufen“, sagt Susanne Stoll, Mitarbeiterin einer Tankstelle in der Umgebung des alten Flugplatzes. „So viele Menschen zu bedienen, die unsere Sprache nicht sprechen, war oft schwierig.“ Mit der Zeit habe sie sich daran gewöhnt, auch wenn es auch heute noch unangenehme Situationen gebe.

Caldens Bürgermeister Maik Mackewitz bestätigt die weniger angespannte Lage in der Gemeinde. „Es leben jetzt nur noch knapp 900 Menschen in der Flüchtlingsunterkunft, das merkt man einfach,“ sagt er. „Doch das wird sicher nicht so bleiben.“

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