Caldener berichteten bereits im November von Salafisten

Salafist in Hannover: Einwohner Caldens berichteten schon vor Monaten, dass sich Salafisten in oder in der Nähe der Flüchtlingsunterkunft aufhalten. Foto: dpa

Calden. Dass sich Salafisten im Flüchtlingslager oder im Umfeld aufhalten, darauf gab es bereits im November vergangenen Jahres erste Hinweise von Einwohnern der Gemeinde Calden.

Damals wollte die Beobachtungen und Schilderungen aber niemand von offizieller Stelle bestätigen.

Zum einen soll ein Lkw mit Kölner Kennzeichen in Calden gehalten haben, aus dem mehrere Männer ausgestiegen seien. Diese sollen nach Berichten von Einwohnern in der Nähe des Flüchtlingslagers Gegenstände verteilt haben. Um was für Gegenstände es sich dabei handelte, wurde nicht bekannt. Köln gilt als Hochburg der Salafisten.

Der zweite Vorfall soll sich in der Tankstelle in der Nähe des Flugplatzes ereignet haben. Ein Mitarbeiter berichtete, dass ein Mann im Kaftan mit autoritärer Ausstrahlung in die Tankstelle gekommen sei und gefragt habe, ob dieser Moslem sei. Der Mitarbeiter sagte Nein. Der Mann im Kaftan soll dann wieder herausgegangen sein und sich vor die Tankstelle gestellt haben. „Er hat dort mit anderen zusammen auf mich gewartet“, berichtete der Mitarbeiter. Er habe dann Angst bekommen und die Polizei gerufen. Die sei auch gekommen und habe die Männergruppe aufgelöst.

Polizeisprecher Torsten Werner sagte damals gegenüber unserer Zeitung: „Es ist nicht strafbar, Dinge unter Flüchtlingen zu verteilen und auch nicht, zu fragen, ob jemand Moslem sei.“ Wenn Bedrohungen hinzu kommen oder jemand explizit zu Strafhandlungen aufgefordert wird, „dann ist das etwas Anderes.“ Wenn sich jemand bedroht fühle, wie im Fall des Tankstellenmitarbeiters, nehme die Polizei dies sehr ernst und sei deshalb auch ausgerückt.

Ehemalige Mitarbeiter der Tankstelle berichteten am Donnerstag, dass immer wieder Flüchtlinge aus der Erstaufnahmeeinrichtung in den Verkaufsraum gekommen seien, die sich in ihrem Kleidungsstil erheblich von anderen Asylbewerbern abgesetzt hätten. Während die meisten unauffällig Jeans und Pullover trugen, seien diese Personen mit langen Kutten und Turbanen bekleidet gewesen. Ob es sich dabei um Salafisten gehandelt hat, ist nicht klar.

Ein weiteres Gerücht macht in Calden die Runde. Danach sollen Salafisten, die im September 2014 an der Verteilung des Korans in Kassel beteiligt waren, als Dolmetscher in der Caldener Flüchtlingsunterkunft arbeiten oder gearbeitet haben. Dies konnte bisher nicht bestätigt werden.

Offenbar waren die Salafisten aber nur im direkten Umfeld der Flüchtlingseinrichtung unterwegs: „Sie sind nicht im Ort aufgetaucht“, sagt Caldens Pfarrer Frank Himmelmann. Auch Bürgermeister Maik Mackewitz erklärt: „Mir ist nichts bekannt.“

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