Zweiter Verhandlungstag

Caldener Mordprozess: Sieben Zeugen sagen am Mittwoch aus

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Calden. Die Verhandlung im Mordprozess gegen einen 25-Jährigen aus Ehrsten vor dem Landgericht Kassel geht am Mittwoch weiter.

Laut Anklage, die vergangenen Mittwoch im Prozessauftakt verlesen wurde, hat er seinen 35-jährigen Arbeitskollegen aus Kassel im Februar mit zwei Kopfschüssen getötet.

Der Prozess beginnt um 9 Uhr in Saal D 130. Es werden sieben Zeugen aussagen sowie eine Rechtsmedizinerin als Sachverständige angehört. Vernehmungen nach soll einer der Zeugen der Mann sein, der das Opfer kurz nach der Tat auf einem Feld zwischen Ehrsten und Füstenwald in seinem Auto tot vorgefunden hatte.

Der Prozess ist öffentlich. Geplant sind insgesamt sieben Verhandlungstage, anschließend geht es am 1. November weiter.

Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Prozess.

Wo befindet sich der Angeklagte zurzeit? 

In Untersuchungshaft. Dort ist er seit der Tat am 10. Februar untergebracht.

Von wem wird der 25-Jährige vertreten? 

!Von einem Pflichtverteidiger. Dieser wird vom Gericht bestellt, wenn die Verhandlung vor dem Land- oder Oberlandesgericht stattfindet oder der Angeklagte in Untersuchungshaft sitzt. Außerdem ist ein Verteidiger zwingend notwendig, wenn der Angeklagte unfähig ist, sich selbst zu verteidigen (zum Beispiel bei Ausländern) oder ein Verbrechen verhandelt wird, also eine Tat, die mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe bedroht ist. Ein Pflichtverteidiger kostet den Beschuldigten erst einmal nichts. Er wird vom Staat bezahlt.

Wieso sind so viele Zeugen zum Prozess geladen? 

Die Zeugen werden gebraucht, um die Tat und die Umstände sorgfältig klären zu können, sagt Christian Springmann, Sprecher des Landgerichts. Bei den Zeugen handelt es sich neben Polizisten um Leute aus dem Umfeld des Angeklagten und des Getöteten. Außerdem sind zwei Sachverständige geladen: ein Rechtsmediziner und ein Psychiater.

Wie wird die Verhandlung ablaufen? 

Nach dem Verlesen der Anklage wird in die Beweisaufnahme eingetreten. Nach Schluss der Beweisaufnahme halten Staatsanwalt und Verteidiger ihre Plädoyers. Anschließend erhält der Angeklagte die Gelegenheit zum letzten Wort. Nach Beratung der Kammer wird ein Urteil verkündet.

Wann soll das Urteil verkündet werden? 

Geplant ist, dass das Urteil am letzten Hauptverhandlungstermin, also am 22. November, verkündet wird. Eine Hauptverhandlung läuft aber nicht immer so wie geplant ab. Sie ist vielmehr ein Prozess. Im Verlauf einer Hauptverhandlung kann sich herausstellen, dass die ursprünglichen Planungen angepasst werden müssen. Dies kann zur Folge haben, dass ein Urteil später oder aber auch früher verkündet wird.

Der 25-Jährige aus Calden ist wegen Mordes angeklagt. Welche Strafe hat er zu erwarten, wenn das Gericht zu dem Schluss kommen sollte, dass er die Tat begangen hat? 

Ein Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft. Es gibt aber seitens des Bundesministeriums der Justiz Überlegungen, in einer Reform der Tötungsdelikte, die lebenslange Freiheitsstrafe als zwingende Konsequenz bei Mord abzuschaffen.

Wo findet der Prozess statt und ist er öffentlich? 

Im Schwurgerichtssaal D 130 des Landgerichts Kassel. Die Verhandlung beginnt am Mittwoch, 19. Oktober um 14 Uhr und ist öffentlich. Zweiter Verhandlungstermin ist am 26. Oktober.

Welches öffentliche Interesse an der Verhandlung wird erwartet? 

Ein überdurchschnittlich großes Interesse am Prozess erwartet das Gericht nicht. „Es ist damit zu rechnen, dass die Hauptverhandlung von der regionalen Presse und der interessierten Öffentlichkeit begleitet wird“, sagt Christian Springmann. 

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