Nebenkläger will Höchststrafe

Caldener Mordprozess: Staatsanwalt fordert 13 Jahre und acht Monate

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Muss mit einer Freiheitsstrafe rechnen: Der Angeklagte hat nach bisherigen Erkenntnissen sein Opfer erschossen. Daran besteht auch nach der Hauptverhandlung kein Zweifel. 

Kassel/Calden. Im Caldener Mordprozess gegen Thomas S., der seinen Arbeitskollegen erschossen haben soll, wurden am Mittwoch die Plädoyers verlesen. 

Der Angeklagte hatte danach die Gelegenheit zum letzten Wort: „Es tut mir aufrichtig leid, sonst möchte ich nichts mehr sagen.“

Die Nebenkläger

Zuvor war er im Plädoyer des Anwalts der Tochter des Opfers dazu aufgefordert worden, über das Motiv der Tat zu sprechen. „Was wir im Lauf der Verhandlung von den Zeugen gehört haben, dient für die Angehörigen nicht als Erklärung dafür, warum das Opfer erschossen wurde.“ Fest stehe aber, dass es sich bei der Tat um einen Mord handele. „Daran darf kein Zweifel bestehen.“ 

Der Anwalt, der den Vater des Opfers als Nebenkläger vertritt, forderte die Höchststrafe für den Angeklagten. Das entspricht 25 Jahren Freiheitsstrafe. „Thomas S. hat voll orientiert, gezielt und absolut gesteuert einen Mord begangen. Er ist ein rücksichtsloser, kaltblütiger Egoist“, sagte der Anwalt in seinem Plädoyer. Dem psychiatrischen Gutachter, der bei Thomas S. eine depressive Phase diagnostiziert hatte, könne er nicht folgen.

Der Anwalt von Thomas S. 

Verteidiger Marcus Mauermann richtete vor seinem Plädoyer persönliche Worte an den Vater des Opfers. „Ich spreche Ihnen meinen großen Respekt aus, dass Sie die gesamte Verhandlung dabei waren und sich das angetan haben.“ 

Ein bestimmtes Strafmaß forderte er nicht, sagte aber, dass sich dieses bei verminderter Schuldfähigkeit zwischen drei und 15 Jahren Freiheitsstrafe bewegen sollte. „Mir ist klar, dass die Strafe nicht am unteren Rand angesetzt werden kann, aber auch nicht am oberen.“ Für Thomas S. spreche sein junges Alter – er ist 25 Jahre – das frühzeitige Geständnis und dass er die Verantwortung für seine Tat übernehme.

Die Staatsanwaltschaft 

Dass der Täter sein Opfer ohne jegliche Planung erschossen hatte, glaubte die Staatsanwaltschaft nicht. „Spätestens als sich der Angeklagte im Auto des Opfers nach hinten rechts gesetzt hat, muss er entschieden haben, das Opfer umzubringen.“ Außerdem habe er eine sogenannte Würgeschlinge, Klebeband und die geladene Waffe dabeigehabt. Der Staatsanwalt forderte eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren und acht Monaten.

Das Urteil wird am Dienstag, 22. November, 11 Uhr in Saal D 130 des Landgerichts Kassel gesprochen.

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