Es rollt, dampft und grunzt 

Caldener Wagenbauer im Endspurt - Sonntag steht der Kirmesumzug an

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Fast fertig: Marco Lindner und Jörg Sommerlade (von links) montieren etwas an ihrem Kirmeswagen.

Für einen gerade mal eineinhalb Stunden währenden Umzug wochenlang einen Wagen herzurichten, ist für Caldener normal, gehört der Kirmesfestzug doch zu den Höhepunkten des Ortsgeschehens.

Im Endspurt sind derzeit die 15 Wagenbaugruppen, die am Sonntagnachmittag die örtlichen Straßen unsicher machen wollen.

Auch die Cällischen Spitzbuben sind dann mal wieder mit dabei, eine achtköpfige Gruppe, die seit Anfang der 90er Jahre mit ihren aufwendigen Kirmeswagen für Aufsehen sorgt. „Meist haben wir uns einem überregionalen Thema angenommen, mal was zum ICE, zur Rüstung oder dem Klima gemacht“, berichtet Oliver Koch. Dieses Mal allerdings ginge es um eine Sache aus dem Ort - welche, das ist streng geheim. „Nicht mal unsere Familien wissen, was wir seit vier Wochen bauen.“

Der Ablauf ist bei den Spitzbuben seit bald 30 Jahren stets der gleiche: „Anfang Oktober treffen wir uns zu einer Wanderung und genau bei dieser überlegen wir dann, was wir bringen könnten“, so Koch, danach ginge es dann gleich mit dem Wagen los. Da sie in ihren Reihen einen Schreinermeister haben und auch Männer, die technisch einiges draufhaben, geht der Gruppe die Umsetzung leicht von der Hand.

Fast fertig: Marco Lindner und Jörg Sommerlade (von links) montieren etwas an ihrem Kirmeswagen.

Vorab sei vielleicht so viel zu ihrem Thema verraten: Es wird rollend, dampfend und tierisch bei ihnen zugehen. „Gerne würden wir auch noch Leuchteffekte bringen, doch das hat ja keine Wirkung zu dieser Tageszeit“, erklärten sie. Dass Wagenbauen nicht nur Arbeit ist, sondern auch Spaß und Geselligkeit bedeutet, wird schnell klar, wenn man die Tüftler beim Sägen, Streichen und Montieren in ihrer Scheune am Sportplatz beobachtet. Zwischen Ahler Wurscht, Brötchen und Getränken herrscht überaus gute Laune und viel Begeisterung für die Sache. Finanziert werden die Materialien aus eigener Tasche, doch das sei nicht so wild, da sie einiges aus den Vorjahren wiederverwendeten.

Auch die Kirmesburschen haben seit Wochen alle Hände voll zu tun. Zehn unterstützen dieses Jahr Kirmesvater Max Groß, der guter Dinge ist, einmal wieder ein gelungenes Fest auf die Beine zu stellen. Eingeleitet wird dieses am heutigen Freitagabend mit einem Gottesdienst in der Kirche, nach dem Ständchenspielen am Folgetag geht es zum Feiern in die Gasthäuser Wilhelmshöhe und Lampe. Nach dem sonntäglichen Umzug mit mehr als 30 Wagen und Gruppen ist Kinderkirmes in der Wilhelmshöhe und am Montag findet „bei Ute“ der Ausklang statt.

Das Programm

Die Kirmes wird am Freitag, 1. November, mit einem Gottesdienst in der Kirche eingeleitet. Am Samstag findet ab 9 Uhr das Ständchenspielen im Ort statt. Die eigentliche Kirmes startet ab 20 Uhr in den Gasthäusern Lampe und Zur Wilhelmshöhe. Höhepunkt ist der Festumzug am Sonntag ab 14 Uhr vom Sportplatz. Um 15.30 ist Kinderkirmes und ab 20 Uhr Tanz in „der Wilhelmshöhe“. Am Montag werden ab 10 Uhr Geschäftsleute und Institutionen mit einem Ständchen beglückt. Ab 20 Uhr klingt die Kirmes im Gasthaus Lampe aus. Für Stimmung sorgen „Watzmann“, „Duo Inflame“ und „Starlights Showband Duo“.

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