Arbeitsplatz für 180 Menschen

Caldener Werkstätten feiern Samstag 20-jähriges Bestehen

Calden. Vor 20 Jahren wurden die Caldener Werkstätten eröffnet. Inzwischen bieten sie Arbeitsplätze für 180 Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung. Am morgigen Samstag, 28. November, wird das Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür begangenen. Gleichzeitig wird der Erweiterungsbau der Wäscherei eingeweiht.

Die Werkstätten haben verschiedene Arbeitsbereiche. Industriemontage, Verpackung, Hauswirtschaft, Küche und Lager, sowie die hauseigene Wäscherei. In Kooperation mit der Genossenschaft der Werkstätten aus dem gesamten Bundesgebiet sind die Caldener Werkstätten zudem Dienstleister für das Elektronikgeräte-Recycling.

Berufsbildungsbereich

Im angeschlossenen Berufsbildungsbereich stehen für die Teilnehmer, die von der Agentur für Arbeit bzw. von der Deutschen Rentenversicherung gefördert wird, eigens eingerichtete Arbeitsplätze zur Verfügung. Über einen Zeitraum von zwei Jahren und drei Monaten werden die individuellen Fähigkeiten gefördert und Einblicke in die verschiedenen Tätigkeits- und Berufsfelder gegeben.

Verpackungen für Ostern

„Ich kann es mir gar nicht vorstellen, einmal nicht mehr zu arbeiten“, sagt Elisabeth Schmidt. Die 57-Jährige arbeitet seit Eröffnung der Werkstätten in Calden. Sie hatte nach der Schule zunächst in den Hofgeismarer Werkstätten gearbeitet. Gemeinsam mit mehreren Kollegen kam sie vor 20 Jahren nach Calden. Nun war ihr Arbeitsweg deutlich kürzer. In der Wäscherei und auch in der Druckerei arbeitete sie gerne. Als dies zu anstrengend wurde, wechselte Elisabeth Schmidt in die Verpackung. „Während die anderen an die Adventszeit denken, verpacke ich schon Sachen für Ostern“, sagt sie schmunzelnd.

Recycling von Elektrogeräten

Auch Thomas Backhaus gehört zu den Beschäftigten der ersten Stunde in Calden. In der Anfangszeit baute er die Wäscherei mit auf. Wäsche bei Kunden abholen, waschen, mangeln, ausliefern: all das gehörte zu seinen Aufgaben. Später wechselte Thomas Backhaus in das Elektronikgeräte-Recycling, wo er bis heute tätig ist.

Zudem organisierte der 43-jährige zwölf Jahre lang die Aktivitäten des Werkstattrates, der Mitarbeitervertretung der Menschen mit Behinderung in den Caldener Werkstätten. Auch zu den Gründungsmitgliedern des Eltern- und Fördervereins der Werkstätten gehört Thomas Backhaus.

Neben der täglichen Arbeit kommt auch der Spaß nicht zu kurz. Auch die Disco in der Werkstatt, Verfügungstage und Ausflüge gehören zum Arbeitsalltag. „Wir bieten passgenaue Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung“, erklärt Lutz Tannhäuser, Leiter der Caldener Werkstätten. „Arbeiten zu gehen bedeutet, eine Aufgabe zu haben, gebraucht zu werden und am Leben teil zu haben.“

Das Programm

• 10 Uhr: Andacht

• 11 Uhr: „Wir öffnen unsere Türen!“ Die Werkstatt stellt sich in den einzelnen Gruppen mit ihrer Arbeit und kleinen Darbietungen vor. Adventsmarkt - Verkauf von Produkten aus eigener Herstellung: Pflanzen, Skulpturen, Dekoration, Karten und Schmuck aus Recycling

• 11 bis 15 Uhr: stündlich Filmvorführung „Vier Kerzen“ in der Industriemontage 2

• 11 bis 15.30 Uhr: Tombola Losverkauf (Gewinneinlösung ab 13 Uhr)

Stündlich Führung

• 11Uhr: durch die Wäscherei

• 11.30 Uhr: durch die Recyclingabteilung

• 11.30 Uhr: Vorführung der Tanzgruppe Hofgeismar

• 12 Uhr: Adventsstück und Lieder singen in der Industriemontage 1

• 13 Uhr: Auftritt des städtischen Kindergartens Calden

• 13.30 Uhr: Liederkreis mit der Musikschule

• 14.30 Uhr: Lichtertanz

• 16 Uhr: Veranstaltungsende.

Rubriklistenbild: © nh

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