Die Kinder sind sehr entspannt

Kinder-Impfungen: Erste Immunisierungen im Impfzentrum in Calden

Geschafft: Lotte Mauersberger aus Ahnatal ist eines der ersten Kinder, das am Montag gegen Corona geimpft worden ist. Unser Bild zeigt die Neunjährige mit der medizinischen Mitarbeiterin Martina Wölfle (links) und dem Kinderchirurgen Zaur Baghirov, der das Beratungsgespräch geführt hat.
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Geschafft: Lotte Mauersberger aus Ahnatal ist eines der ersten Kinder, das am Montag gegen Corona geimpft worden ist. Unser Bild zeigt die Neunjährige mit der medizinischen Mitarbeiterin Martina Wölfle (links) und dem Kinderchirurgen Zaur Baghirov, der das Beratungsgespräch geführt hat.

Seit Montag können Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren im Impfzentrum in Calden gegen das Coronavirus geimpft werden. So lief es am ersten Tag.

Calden – Im Impfzentrum des Landkreises in Calden sind gestern die ersten 200 Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren gegen Corona geimpft worden. Im Vollbetrieb sollen künftig bis zu 600 Kinder täglich geimpft werden können. „Es freut mich riesig, dass die Eltern jetzt mit ihren Kindern kommen“, sagte Landrat Andreas Siebert zum Impfstart. Was Eltern zu den Kinder-Impfungen wissen müssen, lesen Sie hier.

4000 Kinder sollen im ersten Schritt eine Corona-Schutzimpfung erhalten

Ab sofort sind täglich fünf Kinderärzte im Impfzentrum im Einsatz, um Eltern und Kinder vor Ort zu beraten. Laut einer Schätzung des Landkreises gibt es etwa 12.000 Fünf- bis Zwölfjährige, die geimpft werden können. Im ersten Schritt sollen rund 4000 Kinder eine Corona-Schutzimpfung erhalten können. Bislang haben sich 2500 Impflinge angemeldet.

Lotte Mauersberger sitzt entspannt auf einem Stuhl vor der Impfkabine. Dass sie in wenigen Minuten eine Spritze in den Arm bekommt, bereitet der Neunjährigen kein Kopfzerbrechen. „Ich bin froh, wenn ich endlich geimpft bin“, sagt die Grundschülerin aus Ahnatal, die mit ihrem Papa Jörn Kathmann ins Impfzentrum nach Calden gekommen ist.

Erste Kinder in Calden geimpft: „Ich wünsche mir, dass Corona endlich aufhört“

Ihre Geschwister sind schon geimpft, erzählt Lotte. Sie erzählt auch, dass sie die Pandemie als „hohe Belastung“ empfindet. In der Schule sei es besonders anstrengend. „Wir müssen draußen Frühstücken und andauernd sind die Fenster geöffnet“, beschreibt die Viertklässlerin ihren Alltag.

Auch das ständige Masketragen sei nervig. Die Neunjährige weiß, dass sie die Einschränkungen trotz Impfung wohl noch einige Zeit hinnehmen muss. „Ich wünsche mir, dass Corona endlich aufhört.“

Der Kinder-Impfstoff von Biontech ist mit einem orangefarbenen Deckel gekennzeichnet.

Erste Kinder-Impfungen in Calden: „Die Kinder nehmen das Impfen erstaunlich gelassen hin“

So wie Lotte empfinden viele Kinder ihren Alltag, sagt Kinderchirurg Peter Illing, der täglich im Impfzentrum arbeitet. „Die Kinder nehmen das Impfen erstaunlich gelassen hin“, sagt Illing.

Der Beratungsbedarf bei den Eltern sei unerwartet gering. Wer ins Impfzentrum komme, sei motiviert und gut informiert. Und wenn eine ausführliche Beratung nötig sei, nehme man sich eben die Zeit. Die meisten Kinder können es laut Illing kaum erwarten, geimpft zu werden. „Die Kinder und Jugendlichen wünschen sich mehr Freiheit und wollen wieder engeren Kontakt zu den Großeltern haben.“

Illing ist im März 2020 als Direktor der Klinik für Kinderchirurgie am Klinikum Kassel in den Ruhestand verabschiedet worden – heute verteilt er bunte Pflaster und Bonbons im Impfzentrum. „Am beliebtesten sind die mit Totenkopf“, erzählt Illing.

Der Start der Kinder-Impfungen in Calden war sehr unaufgeregt

Die Abläufe im Impfzentrum sind an diesem Montagmorgen reibungslos. „Wir sind froh, dass etwas Ruhe reingekommen ist“, sagt der Ärztliche Leiter Peter Stahl. Er kann sich noch gut an das Chaos bei der Diskussion um den besten Impfstoff erinnern.

Diese Zeiten seien aber glücklicherweise vorbei. Den Start der Kinderimpfungen beschreibt der Kreisfeuerwehrarzt als sehr unaufgeregt: „Die Eltern sind ein entscheidender Faktor, wenn die entspannt sind, sind es die Kinder auch“, sagt Stahl.

So wie Lotte – sie hat es geschafft. Ohne mit der Wimper zu zucken, hat sie sich ihren Piks abgeholt und kann nach 15 Minuten Wartezeit wieder nach Hause fahren. (Alia Shuhaiber)

Termine zum Impfen können über landkreiskassel.de gebucht werden.

Kinder-Impfdosen sind gekennzeichnet

Die Impfdosen für Kinder werden im Reinraum des Impfzentrums aufgezogen und mit einer weißen Banderole gekennzeichnet, erklärt Apotheker Christian Heckmann, der als Pharmazeutischer Leiter im Impfzentrum arbeitet. Verimpft wird Comvirnaty von Biontech/Pfizer in einer speziell für Kinder produzierten Dosis. Der Impfstoff kann nach dem Aufziehen bis zu zwölf Stunden gelagert werden. Aus einer Ampulle werden in der Regel zehn Dosen gewonnen.

Hier gibt es eine Übersicht über die Impfzentren in Nordhessen.

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