Onlinehändler gibt Abfertigung in Calden auf

Darum wickelt Amazon Frachtflüge nicht mehr am Kassel Airport ab

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Aus für Amazon-Flüge: Seit Dezember 2015 hat der Versandhändler fünf Frachtflüge pro Woche in Calden abgefertigt.

Calden. Das Unternehmen Amazon hat Ende der vorigen Woche kurzfristig seine Frachtflüge eingestellt, die der Online-Versandhändler am Airport Kassel in Calden abgewickelt hat.

Hier dazu die wichtigsten Fragen.

Warum hat Amazon die Flüge eingestellt?

Der Internethändler äußert sich dazu selbst nicht. Eine Sprecherin erklärte auf Anfrage lediglich, dass Amazon keine Angaben mache. Der Flughafen hat laut Sprecherin Natascha Zemmin selbst erst am Donnerstag erfahren, dass die Flüge eingestellt werden – und das nicht einmal von Amazon.

Nach Informationen unserer Zeitung werden die Flieger nun in Leipzig abgefertigt, wo Amazon ein Lager betreibt. In Branchenkreisen heißt es, dass die Ware für Polen von dort per Lastwagen transportiert wird. Der Flieger würde dann nur noch zwischen Leipzig und England pendeln.

Um wie viele Flüge geht es denn?

Amazon hat wöchentlich fünf Frachtmaschinen in Calden abgefertigt, die Ware aus dem englischen Doncaster brachten und weiter ins polnische Breslau flogen. Mitarbeiter des Flughafens haben die Maschine in etwa einer Stunde entladen und die Fracht auf Lastwagen verteilt.

Ist das das Ende des Frachtverkehrs in Calden?

Nein. Der Paketdienst GLS hat im Dezember seine vier Frachtflüge pro Woche von Paderborn nach Calden verlagert. Dieses Geschäft bleibt bestehen. Außerdem ist der Flughafen auf der Suche nach weiteren Logistikpartnern, die ihre Fracht in Calden abfertigen, sagt Zemmin. So kurzfristig, wie Amazon sein Engagement beendet hat, wird es jedoch keinen Ersatz geben.

Ist das ein wirtschaftliches Problem für den Flughafen?

Angesichts eines Defizits von sechs Millionen Euro kann der Flughafen jedes Geschäft brauchen. „Das Frachtgeschäft mit Amazon war eine erfreuliche Entwicklung“, sagt Flughafengeschäftsführer. Da es mit Amazon aber keine langfristigen Verträge gab, seien diese Umsätze für 2017 auch nur zurückhaltend einkalkuliert worden.

Das Frachtgeschäft sei ohnehin nur ein Standbein des Flughafens. Am wichtigsten sei – neben weiteren Geschäftsfeldern – das Passagiergeschäft, und das wird sich ab Juli durch die Stationierung der Sundair-Maschine deutlich positiv entwickeln. Ernst geht davon aus, dass das bei der anstehenden politischen Evaluierung des Airports vor allem ins Gewicht fallen wird.

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