Bücherstube lässt Leser nicht im Stich

Dienstags gibt’s in Calden Bücherpäckchen

Lesestoff gegen Coronablues: Die drei ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Caldener Bücherstube versorgen Bücherfreunde auch weiterhin mit Leihgaben. Statt eigener Auswahl gibt es derzeit vorgepackte Büchertüten. Das Bild zeigt (von links) Anke Mantel, Helga Hartje (Leitung) und Rita Stein-Hartmann.
+
Lesestoff gegen Coronablues: Die drei ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Caldener Bücherstube versorgen Bücherfreunde auch weiterhin mit Leihgaben. Statt eigener Auswahl gibt es derzeit vorgepackte Büchertüten. Das Bild zeigt (von links) Anke Mantel, Helga Hartje (Leitung) und Rita Stein-Hartmann.

Lesen macht stark. Das Motto gilt nicht allein für Kinder. Auch Erwachsene können aus dem Abtauchen in Fantasiewelten Stärke gewinnen - erst recht in Zeiten von Corona.

Calden - Das weiß auch das eifrige Team der Bücherstube im evangelischen Gemeindezentrum Calden. Ob zur Unterhaltung oder Förderung der Bildung, das ehrenamtliche Büchereitrio versorgt treue wie neue Nutzer auch weiterhin kostenlos mit Leihmedien. Ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept macht’s möglich.

Auf 44 Quadratmetern reiht sich in den wohl sortierten Regalen Buch an Buch. Lustvolles Durchstöbern der Schmöker und Sachliteratur ist allerdings unter den gesetzlich vorgegebenen Einschränkungen nicht mehr drin. Denn kein Leser kommt noch hinein in die Bücherstube. „Stattdessen gibt es Päckchen“, verrät Büchereileiterin Helga Hartje. „Bescherung“ ist einmal pro Woche zur üblichen Öffnungszeit. Die Caldenerin, die seit vorigem April für die Bücherei der Kirchengemeinde verantwortlich zeichnet, kennt ebenso wie ihre Helferinnen Rita Stein-Hartmann und Anke Mantel die Vorlieben ihrer Stammleser.

Also werden nach dem individuellen Geschmack der Abnehmer Tüten mit reichlich Lesestoff gepackt. Die stehen dann dienstags zwischen 16 und 17.30 Uhr zur Abholung bereit mit Übergabe gleich am Eingang an einem Tisch, für den Kirchenvorstandsmitglied Peter Mantel sogar eine Plexiglasscheibe angefertigt hat. Sie trennt Mitarbeiterinnen und Nutzer. Kommen die Päckchen wieder zurück, legen die Büchereidamen sie erst einmal für einige Tage in Quarantäne, bevor sie zurück in die Regale wandern. Gesundheitsschutz ist für die Ehrenamtlerinnen oberstes Gebot. Nicht nur im eigenen Interesse. Helga Hartje: „Wir sind uns bewusst, dass viele unserer Stammleser Senioren sind.“

In der Lockdownphase kommen weniger Nutzer, stellt die Büchereileiterin fest. Verliehen werden aber etwa gleich viele Medien. In den Überraschungstüten steckt in der Regel mehr, als die Besucher in normalen Zeiten selbst mitnehmen. Wenn auch nicht zwangsläufig jeder von den Damen ausgewählte Titel gefällt, gibt es dennoch oft Lob wie dieses: „Das Buch hat mir gut gefallen. Danach hätte ich selber nie gegriffen.“

Neue Lesewelten erschließen sich für manchen regelmäßigen Nutzer. Die coronabedingte Ausnahmesituation bewirkt noch mehr Positives: Die Büchereimitarbeiterinnen nutzen die ruhigere Zeit für eine Generalinventur. Alte Bücher fliegen raus, neue Medien können dank finanzieller Unterstützung durch die Raiffeisenbank und den Landesverband evangelischer Büchereien angeschafft werden. Der gesamte Bestand wird zur Zeit digitalisiert. Viel Aufwand erfordert zudem die Übertragung der Leserschaft von Karteikarten auf ein spezielles Büchereiprogramm.

Ungeachtet aller gegenwärtigen Widrigkeiten treten Helga Hartje und ihre Helferinnen mit ungebremstem Engagement an, ihren Lesern eine zeitgemäße Bücherei zu bieten, „die jedermann, unabhängig von seinem Portemonnaie, den Zugang zu Information, Bildung und Kultur erlaubt“. (Dorina Binienda-Beer)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.