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Dorfplatz sorgt für Diskussionen: In Obermeiser sind einige Bewohner gegen geplantes Projekt

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Von: Clara Veiga Pinto

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Mit großen Bannern an den Silos will Familie Himmelmann vom Biohof Warmetal in Obermeiser gegen den neuen Dorfplatz kämpfen. Er würde ihre landwirtschaftliche Arbeit beeinträchtigen.
Mit großen Bannern an den Silos will Familie Himmelmann vom Biohof Warmetal in Obermeiser gegen den neuen Dorfplatz kämpfen. Er würde ihre landwirtschaftliche Arbeit beeinträchtigen. © Clara Pinto

In Obermeiser gibt es aktuell eine große Diskussion. Der Grund dafür ist ein geplanter Dorfplatz, der unmittelbar hinter dem Biohof Warmetal errichtet werden soll.

Obermeiser – Einige Dorfbewohner setzten sich mit Demonstrationen für den Versammlungsort ein – andere sind strikt dagegen. Eine E-Bike-Ladestation, eine Kletterwand für Kinder, eine Anlage zum Boule spielen, zahlreiche Sitzgelegenheiten sowie eine kleine Hütte als Unterstand sind geplant.

Der Dorfplatz ist ein ehrenamtliches Gemeinschaftsprojekt der Bewohner von Obermeiser. Der Baustart ist noch für diesen Sommer vorgesehen. Zuvor stand auf dem etwa 500 Quadratmeter großen Grundstück ein Haus, das 2019 abgerissen wurde. Später stand es zum Verkauf.

Das Problem

Familie Himmelmann, die Besitzer des Biohofes vor dem Dorfplatz, sind gegen die Versammlungsstätte. Sie würden einen Teil des Platzes zum Rangieren ihrer landwirtschaftlichen Geräte brauchen. Würde der Dorfplatz gebaut, wäre das Ein- und Ausfahren der Maschinen nicht mehr möglich, erklärt Martin Himmelmann. „In Obermeiser gibt es genug Versammlungsplätze“, findet er. „Wir werden übergangen und verdrängt“, fügt seine Frau hinzu.

Ein weiteres Argument der Landwirte: Die Gefahr für spielende Kinder sei zu hoch. „Auszubildende, die im Fahren der Maschinen noch nicht erfahren sind, könnten spielende Kinder übersehen“, fürchtet Himmelmanns Frau Nicole Siebert.

Hinzu käme, dass die Maschinen manchmal Dreck und Späne verlieren würden und sich diese dann auf dem neuen Platz ausbreiten könnte. „Das ist einfach nicht der richtige Ort für einen Dorfplatz“, findet Martin Himmelmann. „Den Menschen fehlt das Verständnis für uns Landwirte“, sagt er. Was passiert, wenn der Dorfplatz gebaut wird, will sich die Familie nicht vorstellen. Der hintere Teil des Hofes müsste dann geschlossen werden. Wohin die Landwirte dann ausweichen sollen, wissen sie nicht.

Der Vorschlag

Bei den Dorfbewohnern herrscht Unverständnis. Um die Situation zu entschärfen, machten die Organisatoren Familie Himmelmann das Angebot, den Platz um drei Meter zu verschieben, sodass die Ein- und Ausfahrt für die Maschinen größer wäre.

„Das ist keine Option für uns“, sagt Himmelmann. „Entweder ganz oder gar nicht“, forderte er im Gespräch mit Ortsvorsteherin Sabine Neumeyer.

Die Gegenargumente

Himmelmann und Siebert wandten sich an Ortsvorsteherin Sabine Neumeyer. „2019 hatte ich ein persönliches Gespärch mit Herrn Himmelmann“, erinnert sich Neumeyer.

Sie könne nicht nachvollziehen, warum Himmelmann dem Vorschlag, den Platz um drei Meter zu verkleinern, nicht zugestimmmt hat.

Zudem seien Himmelmann und seine Frau von Anfang an in die Planung mit einbezogen worden. „Wir haben immer versucht, eine einvernehmliche Lösung zu finden“, sagt Neumeyer.

Dass die lanwirtschaftlichen Geräte gefährlich für spielende Kinder werden könnten, hält Sabine Neumeyer für übertrieben. „Landwirtschaft gibt es in jedem Dorf“, argumentiert sie. Außerdem seien Abgrenzungen zu den Straßen geplant, die die Kinder vor dem Verkehr schützen.

Neumeyer betont auch, dass Martin Himmelmann den Platz widerrechtlich zum Rangieren genutzt habe. „Das Grundstück gehört der Gemeinde Calden. Wir nehmen Herrn Himmelmann also nichts weg.“

Familie Himmelmann: Der Grenzstein unten links im Bild zeigt die Grundstücksgrenze. Würde der Dorfplatz so gebaut, wie es geplant ist, könnten die Maschinen nicht mehr ein und ausfahren, sagen Himmelmanns.
Familie Himmelmann: Der Grenzstein unten links im Bild zeigt die Grundstücksgrenze. Würde der Dorfplatz so gebaut, wie es geplant ist, könnten die Maschinen nicht mehr ein und ausfahren, sagen Himmelmanns. © Clara Pinto

Das Grundstück eigne sich optimal als Dorfplatz. Denn es liegt in der Dorfmitte und gegebüber der Kirche. Zudem habe Obermeiser keine andere Versammlungsstätte.

Daher hoffe sie, dass man sich auf eine Lösung einige. „Ich möchte niemanden im Dorf gegeneinander aufbringen“, sagt sie. „Wir wollen das Projekt nicht mit Missgunst starten.“

Auch Bürgermeister Maik Mackewitz besuchte den Biohof in Obermeiser, um sich ein Bild der Lage zu machen. Die Bewertung, dass der Dorfplatz den Betrieb der Familie Himmelmann gefährdet, sei subjektiv, sagt Mackewitz.

„Aus der Tatsache, dass ein mehr als zehn Jahre leerstehendes Grundstück von der Familie Himmelmann mitgenutzt werden konnte, kann man doch nicht ableiten, dass dieses für alle Zeiten Bestand hat“, sagt er. „Wenn das Grundstück erneut bebaut und entsprechend eingefriedet würde, wäre das doch auch das gute Recht des neuen Besitzers“, betont der Bürgermeister. (Clara Pinto)

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