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150 Eintracht-Fans am Kassel Airport gelandet

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Von: Tanja Temme

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150 Eintracht-Fans am Airport an. Christopher Schaus (rechts) hatte den Kurztrip nach Sevilla organisiert.
Danke für das besondere Erlebnis“: Total erschöpft, aber überaus glücklich kamen 150 Eintracht-Fans am Airport an. Christopher Schaus (rechts) hatte den Kurztrip nach Sevilla organisiert. Klaus Schleicher dankte ihm dafür. © Tanja Temme

Absolut glücklich und gleichzeitig furchtbar kaputt: Nach mehr als 24 Stunden Fußballfieber landeten am gestrigen Donnerstagmorgen 150 Eintracht-Frankfurt-Fans am Kassel Airport.

Calden – Am Vortag hatte sich die Gruppe von hier aus auf den Weg nach Sevilla gemacht, um beim Endspiel der Europa League live dabei zu sein. Die Freude könnte nicht größer sein:

Sieg gegen Glasgow im Elfmeterschießen

„Es war wie bei einer Geburt – extrem anstrengend, aber wenn’s vorbei ist, dann ist alles nur noch schön“, sagte Klaus Schleicher. Auch wenn der Fuldaer innerlich selig – oder wie er es formulierte „im Fußballhimmel“ war –, so konnte man ihm die Strapazen der vergangenen Stunden durchaus ansehen. „Einige von uns wollen tatsächlich heute weiter nach Frankfurt fahren, um dort die Mannschaft zu begrüßen. Doch ich will nur noch unter die Dusche und ins Bett.“

Tatsächlich war der Trip alles andere als eine Erholungsfahrt, er brachte den einen oder anderen an seine Grenzen. „Es war einfach superheiß, fast 40 Grad tagsüber und auch abends beim Spiel noch 30 Grad.“

Gut gelaunt und friedlich in Richtung Stadion: Gemeinsam zogen Tausende Fans von der Fanmeile zum Stadion in Sevilla.
Gut gelaunt und friedlich in Richtung Stadion: Gemeinsam zogen Tausende Fans von der Fanmeile zum Stadion in Sevilla. © Tanja Temme

In Sevilla angekommen wurde die Gruppe zwar von Shuttlebussen zur Fanmeile gebracht. Doch der Weg von dort ins Stadion gestaltete sich als Herausforderung. „Wir waren gut eine Stunde mehrere Kilometer in der Hitze unterwegs“, berichtet Max Balzer und fügt an, dass es auf der gesamten Strecke „eine enorme Polizeipräsenz“ gegeben habe.

Stundenlang kein Wasser

Grenzwertig sei es gewesen, was die Deutschen schließlich im Stadion erlebten: „Viele bei uns in der Kurve hatten stundenlang kein Wasser“, schimpfte der 29-Jährige. Lange Zeit wären die Kioske im Stadion geschlossen gewesen. Auch auf den Toiletten seien die Wasserhähne abgedreht worden, um ein Auffüllen von Flaschen zu verhindern.

„Wir haben uns zu siebt eine 0,33 Liter Wasserflasche geteilt, als wir eine ergattern konnten“, ergänzt Eric Aumann. Da die meisten schon gegen 19 Uhr im Stadion angekommen waren, wäre es für viele eine Durststrecke gewesen: Man habe 20.000 deutsche Fans auf dem Trockenen gelassen.

Trotz dieser Situation bei den hohen Temperaturen fällt das Resümee der Eintracht-Fans am Ende ihrer Sause positiv aus: „Mit diesem Sieg wurden wir für alles entschädigt. Nach 42 Jahren endlich wieder den Pokal geholt zu haben, ist einfach nur gigantisch“, freut sich Stephan Feid.

Eine Portion Pommes für zehn Euro

In allerbester Feierlaune sahen die Frankfurt-Anhänger auch über die Wucherpreise auf der Fanmeile hinweg: „Die haben nach Mitternacht einfach den Preis vom Nachmittag durchgestrichen und ihn verdoppelt. So wurden für eine Portion Pommes für fünf Euro mal eben zehn Euro verlangt“, schilderte Aumann seine Erfahrungen. Nachdem die Fanmeile gegen 3 Uhr schloss, machten sich die Hessen auf in Richtung Flughafen.

„Dort haben dann einige von uns ein kleines Nickerchen auf dem Boden gemacht. Überhaupt lagen am Flughafen in Sevilla überall Leute rum und schliefen“, berichteten die Fans. Viele setzten am Donnerstagmorgen alles daran, schnellstmöglich nach Hause zu kommen – aber mit einem unvergesslichen Erlebnis im Gepäck. (Tanja Temme)

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