Schneemassen in Österreich 

Eiskalte Überraschung: Caldener Familie im Österreich-Urlaub eingeschneit

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Waren in Tweng eingeschneit: Katja Jeppe-Mönnich (Foto) und ihre Familie. Nur wenige Stunden, nachdem die Caldener in der Gemeinde in Österreich angekommen waren, konnten sie nicht mehr heraus – für drei Tage. 

Iglus bauen statt Skifahren: Die Caldener Familie Mönnich musste ihren Österreich-Urlaub umplanen, als sie plötzlich eingeschneit wurden. Gefallen hat es ihnen trotzdem. 

Eigentlich hatte sich Familie Mönnich aus Calden ihren Winterurlaub in Österreich anders vorgestellt. Katja Jeppe-Mönnich war mit ihrem Mann Mario und den Söhnen Max und Malte rund 750 Kilometer gefahren, um in Obertauern Ski fahren zu können. Dafür dass daraus nichts wurde, sorgten gewaltige Schneemengen und eine Schneelawine.

Gerade angekommen, wurden die Caldener, die mit drei weiteren Familien anreisten eingeschneit.

Was nun? „„Ich dachte mir, dass dies nur eine Vorsichtsmaßnahme sei und wir am Sonntag bestimmt Ski fahren können“, erzählt Jeppe-Mönnich. Dass sie bis Dienstagmittag nur die Hauptstraße begehen können würden, ahnten die Nordhessen zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Dabei wurde der Familie die Masse des Schneefalls bereits bei der Anreise bewusst: „Hätte ich fahren müssen, hätte ich vermutlich das Handtuch geschmissen“, erzählt Jeppe-Mönnich.

Trotz Planänderung steckte die Familie ihren Kopf aber nicht in den Sand – oder besser in den Schnee: „Wir waren trotzdem draußen aktiv“, sagt Jeppe-Mönnich. So vertrieben sich die Caldener die Zeit mit Spaziergängen, Sauna-Besuchen und damit ein Iglu, eine Schneebar und Schneemänner zu bauen.

Skifahren mit Auto und Pferd

Und auch zum Skifahren der besonderen Art kam die Familie: „Ein paar von uns sind mit dem Sohn der Chefin des Hotels im Auto Ski gefahren.“ Dabei wurde ein Seil an das Auto gebunden, an dem man sich festhalten konnte. Das Auto fuhr schließlich die Hauptstraße hoch und runter. „Zwischendurch war auch ein Pferd mit jemandem auf Skiern unterwegs“, erzählt die 43-Jährige und lacht.

Bauten eine Schneebar: Katja Jeppe-Mönnich (vorne kniend) und Sohn Max (links). Zusammen mit Familie und Freunden waren sie angereist, um Skifahren zu gehen - wurden aber eingeschneit.

Auch wurde die Rodelbahn im Ort repariert, sodass man auch dort mit dem Schlitten und auf Skiern runterfahren konnte. „Man hat uns schon etwas geboten“, sagt Jeppe-Mönnich.

Am Dienstag kam dann die gute Nachricht: Die Straße ist nur noch in Richtung Obertauern gesperrt. Die Möglichkeit, in das Skigebiet Grosseck-Speiereck in Mauterndorf zu fahren. Schon am Montag sei die Straße eine Stunde lang geöffnet gewesen: „Da ist das Nachbarhotel komplett abgereist“, erzählt Jeppe-Mönnich.

Daran hätten die Caldener nicht gedacht: „„Natürlich war es ein bisschen frustrierend, anfangs doch nicht Ski fahren zu können, aber wir haben das beste daraus gemacht.“

"Es hat zusammengeschweißt"

Die Familie habe sich durch den Schneefall gut mit der Familie der Hotelbesitzer angefreundet: „Wir haben beim Schnee schippen geholfen, das fanden sie sehr nett“, sagt die Caldenerin. Engpässe bei dem Essen gab es nicht: „Dabei gibt es in Tweng kein einziges Geschäft.“ Zuletzt sei lediglich der Orangensaft ein wenig knapp geworden, erzählt Jeppe-Mönnich. Und wenn es in der Sauna zu heiß wurde, sorgte das Wetter für Erfrischung; „Manche Männer haben sich zur Abkühlung in den Schnee gelegt“, erzählt Jeppe-Mönnich und lacht. Für sie war es „schön, so viel Schnee zu sehen.“

Ihr Fazit zu den eingeschneiten Tagen: „Es hat zusammengeschweißt und Spaß gemacht, außerdem lernt man durch solche Vorfälle die Leute vor Ort viel besser kennen.“

Alle angereisten Familien seien sich einig gewesen: „Das war ein Skiurlaub, der alles in sich hatte.“

Auch eine Familie aus Guxhagen im Schwalm-Eder-Kreis hat es im Skiurlaub erwischt: Sie sind im Salzburger Land eingeschneit. Ebenso erging es Mitgliedern des Skiclubs Helsa, die vom Schneechaos in den Alpen kalt erwischt wurden. 

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