Eltern haben Verständnis für Streik in Kitas

Notdienst in der Kita: David (von links), Tamara Worster, Henry, Maximilian, Anke Pilger und Silas beim Notdienst. Foto: Hartung

Calden. Die Kitas in Meimbressen und in der Lindenstraße in Calden beteiligen sich am landesweiten Erzieher-Streik. Am Montag gab es einen Notdienst.

Erzieherin Tamara Worster spielt mit David, Henry, Maximilian und Silas eine Runde Uno, die anderen Jungen und Mädchen sitzen mit Kindergartenleiterin Anke Pilger in der Bücherecke und lauschen gespannt einer Geschichte. Eigentlich ein ganz normaler Morgen in der Kita in Meimbressen. Aber anstatt der 80 Kinder, wurden am Montag dort nur 17 betreut - drei der zehn Erzieherinnen waren im Einsatz.

„Wir haben heute nur einen Notdienst“, erklärt Pilger. Nur Kinder, deren Eltern beide beruftätig sind, konnten die notdienstliche Ganztagesbetreuung in Anspruch nehmen.

Seit Freitag beteiligen sich die Meimbresser Einrichtung und die Kita in der Lindenstraße in Calden am landesweiten Erzieher-Streik. Freitag waren die Kindergärten ab Mittag zu, am Montag kümmerte sich ein Notdienst um die Jüngsten, am Dienstag bleiben beide Einrichtungen ganztägig geschlossen.

„Von den Eltern haben wir ausschließlich positive Rückmeldung auf den Streik bekommen“, sagt Pilger. Sie habe mit mehr Unverständnis gerechnet. „Aber sie haben für den Streik vollstes Verständnis.“ Einige Eltern hätten sich extra Urlaub genommen, um die Jüngsten zu betreuen, bei anderen würden sich Oma und Opa kümmern. „Manche Eltern helfen sich hier auch gegenseitig aus.“

Um am Streik teilzunehmen, haben die Erzieherinnen Überstunden und Urlaub genommen. Denn nur eine der zehn Erzieherinnen in Meimbressen sei Verdi-Mitglied, so Pilger. „Aber das ist es uns wert. Es muss sich endlich etwas tun.“ Insbesondere die Papier- und Dokumentationsarbeit habe in den vergangenen Jahren enorm zugenommen. Mit dem hessischen Bildungs- und Erziehungsplan seien die Ansprüche an die Erzieherinnen extrem gestiegen. „Und es gibt einfach zu wenig Männer“, sagt Pilger. Männliche Bezugspersonen seien wichtig, sie gingen mit den Kindern anders um. „Aber der Beruf wird so schlecht bezahlt, dass man davon keine Familie ernähren kann.“

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