Spendenrekord aufgestellt

Emotionale Momente: Heeresmusikkorps Kassel spielte vor Schloss Wilhelmsthal

Jubiläumskonzert: Das Heeresmusikkorps Kassel spielte bereits zum 40. Mal ein Wohltätigkeitskonzert vor der schönen Kulisse des Rokokoschlosses in Wilhelmsthal.
+
Jubiläumskonzert: Das Heeresmusikkorps Kassel spielte bereits zum 40. Mal ein Wohltätigkeitskonzert vor der schönen Kulisse des Rokokoschlosses in Wilhelmsthal.

Bange Blicke zum Himmel, doch zum Jubiläums-Wohltätigkeitskonzert des Heeresmusikkorps Kassel am Schloss Wilhelmsthal spielte auch das Wetter mit.

Wilhelmsthal - Zum 40. Mal spielten die Musiker der Bundeswehr hier für einen guten Zweck und das vor 1000 Zuschauer, wie Kreissprecher Harald Kühlborn erklärte. Oberstleutnant Tobias Terhardt freute sich, mit dem Heeresmusikkorps Kassel endlich wieder auftreten und Spendengelder für die Behinderteneinrichtung im Landkreis Kassel sammeln zu dürfen. Fast 5500 Euro kamen am Ende zusammen – ein neuer Rekord.

Gut gelaunt, amüsant und unterhaltend führte Tobias Terhardt durch das Programm, gab kleine Anekdoten zum Besten, erläuterte Hintergründe zu den ausgewählten Musikstücken und berichtete zum Beispiel von den Schwierigkeiten, eine aus der Karibik eingeführte Steel Drum durch den Zoll zu bekommen. „Die Zöllner befürchteten wohl, ein gewisses weißes Pulver könne sich darin verbergen“, so Terhardt. Erst als die Musikerin, Hauptfeldwebel Claudia Römer, persönlich beim Zoll auf der Steel Drum aufspielte, durfte sie das begehrte Instrument mitnehmen. Ein Glück, denn sonst hätte es auf dem Konzert wohl das Steel Pan Medley nicht gegeben, das aus „Matilda“, „Save the last Dance for me“ und „Under the Sea“ bestand. Hier merkte man nicht nur dem Publikum an, wie sehr ihm der Kulturgenuss in den letzten Monaten gefehlt hat.

Auch Solistin Claudia Römer spielte entspannt und tanzte zu den karibischen Klängen. Die Musikauswahl war auch zum Jubiläumskonzert vielseitig und bot für jeden Geschmack etwas. Mit der Ouvertüre zu Egmont, op 84, von Beethoven begann der musikalische Weg des Heeresmusikkorps in der Klassik, führte über den Steinmetz-Marsch von Karl Bratfisch hin zum Musical „A Chorus Line“ und ließ auch die Filmmusik „Somewhere over the Rainbow“ nicht außen vor.

Ein Abschiedsgruß: Oberstabsfeldwebel Reinhard Meissner.

Letztere sorgte für einen besonders emotionalen Moment: Oberstabsfeldwebel Reinhard Meissner schloss mit seinem Solo auf dem Flügelhorn seine dreißigjährig andauernde musikalische Karriere im Heeresmusikkorps Kassel. Tobias Terhardt lobte den Musiker nicht nur für sein hohes musikalisches Können, auch seine Zuverlässigkeit – selbst aus dem Urlaub reiste er zu einem dreitägigen Konzert an – wurde hervorgehoben. „Mit ihm geht ein Original, eine Ikone am Standort Kassel“, betonte Terhardt. „Er kennt nicht nur den Großteil der Marschliteratur auswendig, er kann sie auch noch drei Kilometer weit marschierend spielen und am Ende wäre die Lippe noch nicht abgeblasen.“ Nach seinem wunderschönen Solo – mit kleinem Ausflug zu „Lili Marleen“ – verabschiedete sich Meissner winkend und ergriffen. (Gitta Hoffmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.