30 Besucher vor Ort

Ende einer Ära: Sonderlackierte Transall verabschiedet sich am Kassel Airport

Von Tanja Temme

Die Crew vor der Transall mit der Sonderlackierung.

Eine Legende sagt Tschüss: Rund 30 Fans historischer Flugzeuge verabschiedeten sich am gestrigen Donnerstagmorgen vom Bundeswehr Transportflugzeug Transall C-160.

Calden - Mit einem sonderlackierten Exemplar stattete eine Crew des Lufttransportgeschwaders 63 aus dem Ort Hohn dem Kassel Airport für gut eine Stunde einen Besuch ab.

Auch wenn der Ruhestand der „Trall“ erst Ende des Jahres ansteht und dann die letzten Maschinen ausgemustert werden, ist man seit Juni mit der „Retro-Brummel“ – wie die bunt lackierte Ausführung getauft wurde – auf Abschiedstournee. „Ich bin froh, dass ich diesen Stopp hier mitbekommen habe, denn er wurde ja recht kurzfristig angekündigt“, sagte Dieter Rodewald, der sich als Modellflugzeugbauer für alles rund ums Fliegen interessiert. Obwohl er Anfang der 70er-Jahre im Rahmen seines Bundeswehrdienstes schon einmal mit der Transall geflogen ist, sei es doch immer wieder ein Erlebnis, dieses „zuverlässige Arbeitstier“ wieder aus der Nähe zu sehen.

Viel Platz für die interessierten Besucher: Oliver Zimmermann (rechts) zeigte den Transportraum der Transall und beantwortete Fragen.

Neben der Optik schwärmte er auch vom „ganz eigentümlichen Sound“ des alten Schätzchens, der vom Turbinenantrieb herrühre und unverkennbar sei. Dass sie den Flieger nicht nur von allen Seiten fotografieren, sondern auch noch das Innere besichtigen durften, fand großen Anklang bei Rainer Spottig: „Ein großes Lob an den Kassel Airport. Dass sie uns nicht am Zaun haben stehen lassen, ist eine großzügige Geste “, lobte der Flugzeug-Liebhaber aus Duisburg.

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Zufrieden mit der Stippvisite der alten Maschine zeigte sich auch Moritz Klöckner, der Hunderte von Bildern während des kurzen Aufenthaltes schoss – und zwar mal von einer meterhohen Leiter, aber auch mal auf dem Bauch liegend. „Das Cockpit hat mich sehr beeindruckt, weil dort klassische und moderne Elemente aufeinandertreffen“, erklärte der Warsteiner und fügte an, dass er auch die Lackierung als besonders gelungen bewerten würde.

Engel der Lüfte: Aufgrund ihrer humanitären Einsätze bekam die Transall diesen Namen verpasst. Alexander Peters entwarf die Lackierung der Retro-Brummel.

Diese erinnere etwa an Transportflüge in den Hindukusch, an das Abwerfen von Fallschirmspringern oder UN- Hilfsaktionen – eben Verschiedenes, für das der „Engel der Lüfte“, wie das Flugzeug wegen seiner humanitären Einsätze auch genannt wird, eingesetzt wurde. Ganze 900 Arbeitsstunden und 400 Liter Farbe soll es gebraucht haben, bis aus einer Standard- Transall die „Retro-Brummel“ wurde, wie Crew Mitglied Alexander Peters verriet. Nach ihrem Caldener Aufenthalt ging der Flug weiter nach Saarbrücken.

„Diesen Flug nutzen wir zeitgleich, um einen Piloten zu schulen“, verriet Peters und ergänzte, dass diese besondere Transall Mitte August noch zwei Mal abheben würde. Anschließend soll man sie nur noch in der Offiziersschule in Roth bewundern können. (Tanja Temme)

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