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Philipp Dinges aus Calden verbringt als Erzieher zwei Jahre in Mexiko

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Von: Hanna Maiterth

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Für zwei Jahre wird Philipp Dinges als Erzieher in Mexiko arbeiten. Alles was er mitnimmt, steckt in zwei Koffern.
Für zwei Jahre wird Philipp Dinges als Erzieher in Mexiko arbeiten. Alles was er mitnimmt, steckt in zwei Koffern. © Hanna Maiterth

Der Caldener Philipp Dinges ist Erzieher und wagt ein ganz besonderes Abenteuer. Er will zwei Jahre lang in Mexiko arbeiten. Warum, hat er uns erzählt.

Calden/San Luis Potosi – Mexiko, ein Land das viele in ihrem Urlaub erkunden, wird für einen 33-jährigen Erzieher in den nächsten zwei Jahren zum neuen Zuhause. Philipp Dinges kommt aus der Gemeinde Calden. Erst kürzlich räumte er seine Wohnung, brachte Kisten bei Familie und Freunden unter und verstaute sein Leben in zwei Koffern. Inzwischen ist der 33-Jährige an seinem Zielort angekommen, der mexikanischen Großstadt San Luis Potosi. Etwa 850 000 Menschen leben dort.

„Im Ausland zu arbeiten war nie mein Traum. Erst recht nicht in einer Großstadt“, erzählt Philipp Dinges einige Wochen zuvor. Er sitzt im Schneidersitz auf seinem Bett. Die Einzimmer-Wohnung beinahe leer geräumt. Sein Computer, Schuhe, ein Pappaufsteller vom Kinofilm „Herr der Ringe“ und die beiden großen Koffer sind beinahe alles, was noch aus der Wohnung geräumt werden müssen.

Der große dunkelhaarige, schlanke Mann mit der Brille strahlt Ruhe aus, scheint völlig bei sich angekommen zu sein. Obwohl für ihn nun eine aufregende Reise beginnt. Etwas, das er seiner Ausbildung zum Erzieher verdankt, wie der 33-Jährige erklärt. „Als Erzieher lernt man, sich selbst zu reflektieren und Perspektiven zu wechseln. Daraus entstehen ganz neue Blickwinkel.“

Gruppe wird zweisprachig betreut

In den vergangenen drei Jahren hat er die praxisintegrierte Ausbildung gemacht. Für den Theorieteil besuchte er die Elisabeth-Knipping-Schule in Kassel. Der Kindergarten der Gemeinde Calden war sein Ausbildungsort. In Mexiko wird er seine erste richtige Stelle als Erzieher an einer privaten Einrichtung mit Kindergarten und Grundschule antreten.
Er wird in einer Vorschulgruppe mit 15 Kindern arbeiten. Es ist eine Gruppe, die zweisprachig betreut wird: Spanisch und Deutsch. Philipp Dinges wird mit seinen Schützlingen Deutsch sprechen. „Da ich so spät in den Beruf eingestiegen bin, möchte ich Erfahrung sammeln“, sagt der 33-Jährige. Die Stelle böte ihm hoffentlich die optimale Chance.

„Zumindest werde ich gleich zu Beginn die volle Verantwortung für die deutschen Übungsstunden übernehmen.“ Denn er wird für die Kinder Lerneinheiten vorbereiten. Dinges hat ursprünglich Maschinenbau studiert. Nach dem Bachelor kam der Master. „Es war der Weg des geringsten Widerstands“, sagt er. Doch mitten in der Masterarbeit meldeten sich Zweifel. Mehrere Sachen kamen zusammen: In seinem Thema fühlte er sich festgefahren und der Blick in die Zukunft löste Unbehagen aus.

Er habe sich nicht vorstellen können, den Beruf auszuüben und gleichzeitig einer Familie gerecht zu werden. „Wenn du unzufrieden nach Hause kommst, ist das keine Perspektive“, sagt der 33-Jährige. Dinges hat zwar keine eigenen Kinder, war aber seinerzeit in einer langjährigen Beziehung. „Ab einem gewissen Punkt berührt so eine Entscheidung nicht mehr nur das eigene Leben.“

Der ausschlaggebende Impuls, als Erzieher im Ausland zu arbeiten, kam von einem Klassenkameraden, der im Dezember von seiner Stelle in Südafrika erzählte. Philipp Dinges entschied sich aus persönlichen Gründen, nach Arbeitsplätzen in spanischsprachigen Ländern Ausschau zu halten. Zudem war er nicht mehr in einer Beziehung und auch die Familie seines Bruders, die ihn in der Heimat gehalten hatte, plante, in die USA auswandern. „Ich sehe es als Chance und hoffe, fachlich einen guten Sprung zu machen.“ (Hanna Maiterth)

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