Ex-Landrat Schlitzberger ist gegen Zelte in Calden

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Udo Schlitzberger

Calden. „Jede Notlösung ist besser als die Zelte", sagt der frühere Landrat Dr. Udo Schlitzberger. Gemeint ist damit die Zeltstadt auf dem Flugplatz Calden.

Deshalb ist für den SPD-Politiker auch die Fritz-Erler-Kaserne in Fuldatal noch nicht aus dem Spiel.

Bisher galt ein Umbau der Gebäude für Flüchtlinge als zu teuer, doch das lässt Schlitzberger nicht gelten. Selbst wenn man die Asylbewerber dort ohne Renovierung einquartieren würde, sei das akzeptabler als eine Zeltstadt auf einem Flugplatz. Neben den Gefahren durch das Wetter führt der Ex-Landrat auch rechtliche Bedenken an: Die gründen sich auf das Luftverkehrsgesetz (LuftVG). Das regelt unter anderem Abstände für Bauwerke, die bei Flughäfen eingehalten werden müssen. Dort heißt es: „Nach Genehmigung eines Flughafens darf die für die Erteilung einer Baugenehmigung zuständige Behörde die Errichtung von Bauwerken im Umkreis von 1,5 Kilometer Halbmesser um den Flughafenbezugspunkt sowie auf den Start- und Landeflächen und den Sicherheitsflächen nur mit Zustimmung der Luftfahrtbehörden genehmigen.“

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Laut dem Flächennutzungsplan des Zwecksverbands Raum Kassel liegt der alte Flugplatz zwar nicht mehr im 1,5 Kilometer-Radius um den Kassel Airport. Aber im Bereich vor den Hallen am Flugplatz ist noch eine Schutzfläche für die Hubschrauber eingezeichnet. Und die überschneidet sich mit dem Flüchtlingslager. „Dort stehen die Container“, sagt Schlitzberger. Im Grunde gehe es ihm aber auch gar nicht um solche juristischen Spitzfindigkeiten: Er wolle einfach, dass die Zelte dort wegkämen, wo Betreuer und Flüchtlinge dem Wetter ungeschützt ausgesetzt seien.

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