Ausfälle bei fast allen Feldfrüchten

Caldener Feldtag: Enorme Trockenheit bereitet den Bauern Probleme

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Frucht begutachten: Der landwirtschaftliche Fachberater Dr. Marco Schneider vom Landesamt für Landwirtschaft Hessen (rechts) bewertet hier den Weizen. Dieser ist durch die starke Trockenheit in seiner Entwicklung weit zurück.

Ehrsten. Einmal im Jahr zieht es die Landwirte von Calden gemeinsam raus in die Felder. So war es auch diesmal beim Feldtag.

40 Bauern aus Ehrsten und Meimbressen sowie Vertreter aus Industrie und Landhandel waren beim Feldtag dabei, bei dem einen ganzen Vormittag lang die Frucht in der Ehrstener Gemarkung begutachtet wurde.

In erster Linie ginge es beim Feldtag darum, Fachgespräche zu führen, sagte Friedhelm Neutze, einer von vier Landwirten, die ihre Flächen präsentierten. Düngeformen, Bodenbearbeitung oder Schädlingsbefall wurden von den Landwirten vor Ort diskutiert.

Ausfall bei allen Früchten

„Unser Hauptproblem ist dieses Jahr die enorme Trockenheit - wir werden bei fast allen Feldfrüchten Ausfall hinnehmen müssen“, ergänzte Neutze. Weizen, Hafer, Roggen, Gerste, Zuckerrüben und Raps wurden von den Fachmännern bei ihrer Exkursion begutachtet. „Beim Weizen müssen wir mit 30 bis 50 Prozent Einbußen rechnen“, erläuterte Georg Kersten, der Raiffeisen vertrat. Gerade beim Weizen sei das tragisch, da dieser hier am häufigsten angebaut werde. Neben der starken Trockenheit hat auch der sehr milde Winter seine Auswirkungen auf die Ernte: „Durch den fehlenden Frost wurde der Boden nicht einmal durchgefroren, was für die Krume nicht gut ist“, so Neutze. Außerdem gebe es durch den fehlenden Winter vermehrt Insekten, sodass sie nun dagegen verstärkt vorgehen müssten.

Bei der gesamten Frucht werden die Landwirte Verluste hinnehmen müssen. „Selbst wenn es von heute an jeden Tag regnen würde, könnten die Pflanzen das nicht mehr aufholen“, weiß der Ehrstener Landwirt.

Doch nicht nur beim Getreide gibt es Probleme, auch die Zuckerrüben müssten längst einen anderen Entwicklungsstand haben. Dass diese längst nicht in geschlossenen Reihen stehen, liegt unter anderem an den starken Regengüssen im März, die den Keimlingen zu schaffen machten. Seit mehr als 20 Jahren gibt es nun schon den Feldtag in Ehrsten. Mit zwei Schleppern und Wagen ging es einmal rund um Ehrsten.

Feldtage gibt es auch an anderen Orten im Kreisteil Hofgeismar, allerdings zählt dieser zu den größten. Auch beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen wurde noch weiter über Anbau und mögliche Verbesserungen diskutiert. (zta)

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