19 Personen verletzt - Polizei: Brandanschlag wird ausgeschlossen

Wohncontainer in Caldener Erstaufnahme brannten

Calden. In der Erstaufnahme in Calden haben am Sonntag mehrere Wohncontainer gebrannt. 19 Personen wurden verletzt. Das Feuer war nach drei Stunden unter Kontrolle.

Angaben zur Brandursache machte die Polizei noch nicht, sie schloss jedoch einen Brandanschlag mit hoher Wahrscheinlichkeit aus, da es sich um ein Gelände mit Zugang nur für Berechtigte handele.

Der Artikel wurde um 18.50 Uhr aktualisiert.

Gegen 13.15 Uhr war das Feuer in einem Containergebäude auf dem alten Flugplatz ausgebrochen. Rund 120 Flüchtlinge wohnten dort, vor allem alleinreisende Männer aus Ländern wie Somalia und Eritrea. Das Gebäude besteht aus 20 Containern in zwei Etagen. Bereits kurze Zeit später schlugen die Flammen aus dem Gebäude, die Rauchwolke war über große Entfernung hinweg zu sehen. Auch angrenzende Leichtbauhallen wurden in Mitleidenschaft gezogen.

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Die Feuerwehren rückten mit einem Großaufgebot an: Die Einsatzkräfte kamen aus Calden, Grebenstein, Espenau, Immenhausen und von der Berufsfeuerwehr Kassel. Wolfhagen und Zierenberg waren am Nachmittag in Bereitschaftsstellung. "Es wurde umfangreich alarmiert", sagte ein Sprecher der Feuerwehr in Kassel. Unterstützung gab es auch durch die Flughafenfeuerwehr des benachbarten Kassel Airport.

Der Brandherd liege laut Feuerwehr in einem der Container auf dem Gelände, sodass ein Anschlag nach derzeitigem Kenntnisstand ausgeschlossen werden könne. "Es hat eindeutig von innen nach außen gebrannt", hieß es.

Die Rettungskräfte kümmerten sich laut Kreisbrandinspektor Sebastian Mazassek zuerst um die Flüchtlinge, dann versuchten sie, ein Übergreifen des Brandes auf andere Gebäude zu verhindern.

Bei den 19 Verletzten handelt es sich um Sicherheitskräfte, Flüchtlinge und eine Feuerwehrfrau. Sie erlitten nach vorläufigen Erkenntnissen Rauchgasvergiftungen durch den Qualm. Einige klagten auch über Kreislaufbeschwerden oder hatten sich Brüche zugezogen. Sieben Verletzte wurden in Kliniken behandelt. Nur einem Zufall ist es zu verdanken, dass nicht noch mehr Personen eine Rauchvergiftung erlitten: Als das Feuer ausbrach, war gerade Mittagszeit, die meisten Bewohner des Containerdorfes waren zum Essen in der Kantine.

Feuer in Caldener Erstaufnahme

Feuer unter Kontrolle

Gegen 15.30 Uhr war das Feuer zwar unter Kontrolle, es musste jedoch weiter gelöscht werden. Über Stunden hinweg kämpften knapp 300 Feuerwehrleute gegen die Flammen an.

Momentan leben 380 Flüchtlinge im Lager. Insgesamt hat das Lager eine Kapazität von 1500 Menschen. In dem Bereich, in dem das Feuer wütete, wohnen rund 120 Flüchtlinge. Sie können alle in der Aufnahmeeinrichtung bleiben. Die Unterkunft verfüge über genügend Leerstand, um alle Menschen aufnehmen zu können, sagte der Polizeisprecher.

Zu den Brandursachen machten auch Einrichtungsleiter Werner Liphardt und Wolfgang Finis, Vertreter des Regierungspräsidiums Gießen (RP), keine Angaben. Auch eine Schadenssumme gab es noch nicht. Laut Polizei könne die Brandstelle frühestens am Montag betreten werden.

Rubriklistenbild: © Christina Graebe

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