Keine Stellungnahme trotz Ankündigung

Feuer in Erstaufnahme Calden: Land schweigt zu Mängeln

Die Brandruine auf dem alten Flugplatz in Calden. Archivfoto: Gehlen

Calden. Auch vier Tage nach dem Bekanntwerden von möglichen Mängeln beim Brandschutz der Erstaufnahme Calden schweigt das Land Hessen.

Eine für Montag mehrfach angekündigte Stellungnahme blieb ohne Angabe von Gründen aus.

Damit steht weiter unwidersprochen ein Bericht des Caldener Gemeindebrandinspektors im Raum, der erhebliche Mängel im Vorfeld, während und nach dem Großfeuer vor einem Monat beschreibt. Eckhard Bornmann leitete den Einsatz, bei dem 19 Menschen verletzt wurden. Vor dem Caldener Parlament berichtete Bornmann davon.

Seine Schilderungen legen nahe, dass es erhebliche Mängel beim Brandschutz im Flüchtlingslager gibt. Unter anderem soll ein Brandschutzkonzept fehlen. Für die Einrichtung für bis zu 1500 Menschen steht offenbar nicht genug Löschwasser bereit. Die Unterlagen zur Planung von Feuerwehreinsätzen in der Erstaufnahme lagen der Gemeinde Calden im Vorfeld und auch Wochen nach dem Brand nicht vor. Bürgermeister Maik Mackewitz hatte deshalb kritisiert, dass sich ein Ereignis wie der Großbrand jederzeit wiederholen könne.

Das Land Hessen hatte von dem öffentlichen Auftritt Bornmanns am Freitag erfahren und auf HNA-Anfrage angekündigt, sich dazu zu äußern. Doch da mehrere Ministerien und Behörden beteiligt waren, wurde die Antwort am Freitagnachmittag aufgeschoben. Die Fäden sollten am Montag beim Hessischen Sozialministerium zusammenlaufen. Dort wurde am Abend auch noch eine Antwort angekündigt - die jedoch auch Stunden später nicht kam.

Auch ein Fragenkatalog der HNA, der dem Land Hessen bereits seit Mitte vergangener Woche vorliegt, blieb bisher unbeantwortet. Darin ging es unter anderem um Gerüchte, die Erstaufnahme in Calden sei nicht versichert und um die Schadenssumme, die bisher nicht veröffentlicht wurde.

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