Nach Fuerteventura

Unmut bei Fluggästen: Flieger ab Calden ausgebucht, aber nicht voll

Start in Calden: Eine Maschine der Germania hebt ab. Ende des vergangenen Jahres bekamen Fluggäste mehrfach die Auskunft Plätze seien knapp oder ausgebucht. Dabei war die Maschine nicht voll. Foto: Thiele

Calden. Den Flughafen vor der Haustür und dann doch nicht ab Calden fliegen können: Dieses Problem hatten jetzt Fluggäste, die mit Germania nach Fuerteventura starten wollten.

Plätze waren knapp oder gar nicht mehr zu bekommen - und als der Flieger startete, war plötzlich ein Drittel der Sitze leer. Da kam Unmut auf.

Das Problem liegt nicht beim Flughafen, sondern steckt im Buchungssystem. Ein Beispiel Ende November: Eine Kundin wollte den Flug für den 6. Dezember buchen, bekam bei der Online-Buchung direkt über Germania den Hinweis „ausgebucht“. Sie musste umplanen und ab Frankfurt hinfliegen, während der Rückflug über Calden ging.

Lexikonwissen:

-Der Flughafen im Regiowiki

Ähnlich ging es einem Paar aus Grebenstein, das im Reisebüro für den 13. Dezember buchte und den Hinweis erhielt, der Flug sei ausgebucht, bis auf die beiden letzten Plätze. In beiden Fällen stellte sich später heraus, dass die Flüge nur zu zwei Dritteln bis drei Vierteln ausgebucht waren - der Rest der Plätze blieb leer.

Auf dem Rückflug am 27. Dezember trafen die Reisenden mit ihren Erfahrungen zusammen. Entsprechend erbost war die Kundin, die den Umweg über Frankfurt unnötigerweise gebucht hatte. Das Paar aus Grebenstein war auch verärgert - vor allem über den Imageschaden, der durch solche Buchungspannen für den Flughafen Calden entstehe.

Unter den Fuerteventura-Urlaubern war auch Kassels Ex-Landrat Dr. Udo Schlitzberger (Fürstenwald), der schildert, dass in der Maschine auf dem Rückflug zwischen den Jahren weniger Passagiere als auf dem Hinflug saßen, unter anderem deshalb, weil viele auch den Jahreswechsel auf Fuerte verbrachten und erst am Wochenende darauf zurückflogen. Sowohl bei seinem Hin- als auch beim Rückflug waren etliche Plätze frei. „Wie kommen die Reisevermittler dann dazu, von ausgebucht zu sprechen und sogar zum raschen Buchen zu drängen?“ fragt Schlitzberger und vermutet die Ursache im System der Platzreservierungen. Der Ärger müsse nicht sein, zumal man von Calden sehr angenehm und völlig stressfrei reisen könne.

DAS SAGT GERMANIA:

"Germania-Flüge ab Kassel-Calden werden im sogenannten Teilcharter in Kooperation mit renommierten Reiseveranstaltern durchgeführt“, sagt Germania. Dabei werde auf jedem Flug eine Anzahl von Sitzplätzen für Veranstalter geblockt. Die übrigen Plätze würden durch Germania direkt verkauft, beispielsweise über die Webseite der Fluggesellschaft oder Reisebüros.

„Es ist daher möglich, dass das Kontingent an direkt über Germania vermarkteten Plätzen bereits erschöpft ist, während Pauschalreisen mit Reiseveranstaltern für denselben Flug noch buchbar sind.“ Diese Sitzplätze würden direkt über die Partner aus der Reiseindustrie vergeben, in der Regel als Pauschalangebot, das sowohl den Flug als auch die Hotelübernachtung vor Ort enthält. Viele dieser Angebote seien auch über Reisebüros buchbar. (tty/gör)

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